Im Landkreis Mühldorf kommt Bewegung in die Eingliederung der Hilfsangebote für Frauen. Der Verein „Frauen helfen Frauen“ schlägt Alarm: Ansteigende Fallzahlen und sinkende finanzielle Mittel sorgen für Besorgnis unter den Mitgliedern. Wie Innsalzach24 berichtet, gab es im letzten Jahr 1.513 Stunden ehrenamtliche Arbeit und etliche Sachspenden, was für den Verein stets ein Lichtblick ist. Dennoch wurde die Situation nicht gerade einfacher, da die Fallzahlen in der Fachberatungsstelle um etwa 22 Prozent auf nunmehr 120 Fälle gestiegen sind.

Für die Mitarbeitenden war 2025 noch ein Jahr mit ausreichender Personalausstattung für Beratung und Prävention, doch die anstehenden Herausforderungen sind gewaltig. Umso wichtiger scheinen die Veranstaltungen wie das Benefizkonzert und der Vortrag „Gefahren in der Öffentlichkeit“, bei denen über 3.500 Euro gesammelt werden konnten. Zudem gab es eine Kooperation mit Cineplex Waldkraiburg, wo ein Film anlässlich des Internationalen Tags „Nein zu Gewalt an Frauen“ gezeigt wurde.

Finanzielle Sorgen und Unterstützung

Doch die finanziellen Mittel schwinden rapide. Der Verein muss sich mit gesunkenen Zuschüssen des Landkreises und gleichzeitig gestiegenen Kosten herumschlagen. Kassier Susanne König hebt hervor, wie bedeutend die Spende von 30.000 Euro der Astrid-Dickow-Stiftung ist, um das Defizit etwas abzufedern. Ab 2027 soll die Finanzierung durch den Freistaat Bayern gesichert sein, jedoch bleiben die Details vage.

Die Bedeutung der Hilfe in der Region wird auch durch den Jahresbericht des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ deutlich. Im Jahr 2024 wurden dort 61.235 Beratungskontakte registriert, ein neuer Rekord, der zeigt, dass der Bedarf an Unterstützungsangeboten weiter steigt. Die meisten Ratsuchenden wenden sich wegen häuslicher und sexualisierter Gewalt an das Hilfetelefon, während auch psychische und digitale Gewalt vermehrt thematisiert werden.Frauenhauskoordinierung e.V. weist darauf hin, dass viele Frauen nach der Erstberatung auf ein überlastetes Hilfesystem treffen, besonders in ländlichen Bereichen mangelt es an spezialisierten Anlaufstellen.

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Das Hilfesystem unter Druck

In Deutschland stehen rund 400 Frauenhäuser und über 40 Schutzwohnungen mit mehr als 6.000 Plätzen für betroffene Frauen zur Verfügung. Dennoch ist das Problem riesig: Über lange Wartezeiten und überfüllte Einrichtungen klagt besonders der ländliche Raum, wo oft keine schnellen Lösungen zur Verfügung stehen. „Je mehr die Beratungszahlen steigen, desto deutlicher wird der Handlungsbedarf, nicht nur in der Finanzierung, sondern auch im Ausbau der Hilfsangebote“, so die Anliegen von Bundesfamilienministerium.

Der neue Ansatz im geplanten Gewalthilfegesetz könnte einen Meilenstein darstellen, indem er einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung einführen soll. Doch wie immer gilt: Die Zeit zwischen Planung und Umsetzung ist oft eine Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Nachdem die Vorstandswahl des Vereins erfolgreich abgeschlossen wurde und alle Mitglieder einstimmig bestätigt wurden, ist der Rückhalt in der Gemeinschaft stark. Irmgard Wagner als erste Vorsitzende und das gesamte Team um Charlotte Konrad (Stellvertreterin) und Susanne König (Kassier) setzen alles daran, um zu helfen und die Bedeutung ihrer Arbeit stetig zu betonen.

Die Verabschiedung der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder erfolgte mit Dank für deren engagierte Mitarbeit. Man kann nur hoffen, dass die dringend benötigte Unterstützung nicht nur in finanzieller Hinsicht fließt, sondern auch, dass die Gesellschaft eine Sensibilisierung für die Themen Gewalt und Hilfe erleben kann.

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