Heute ist der 25.04.2026, und in Mühldorf am Inn gibt es Grund zur Hoffnung und zur Erinnerung. Nach 25 Jahren des Wartens und der Verhandlungen ist der Weg für eine zentrale KZ-Gedenkstätte im Mühldorfer Hart endlich geebnet. Der Freistaat Bayern hat sich mit allen Waldbesitzern geeinigt, ein wichtiger Schritt, der die Notwendigkeit einer würdigen Gedenkstätte für die über 4000 Menschen, die hier starben, unterstreicht.
Franz Langstein, der Vorsitzende des „Vereins für das Erinnern“, hat den Prozess maßgeblich geprägt und ist eine zentrale Figur in diesem langen Weg. Die Gedenkstätte im Waldlager, die 2018 eröffnet wurde, dient als Vorbild für die geplante zentrale Gedenkstätte am Bunkerbogen. Durch einen Grundstückstausch zwischen dem Freistaat und den Grundbesitzern konnte ein bedeutender Fortschritt erzielt werden, und die Einsicht in die Notwendigkeit einer Gedenkstätte hat sich auf allen Ebenen durchgesetzt.
Gestaltung und Planung der Gedenkstätte
Die Behörden des Freistaats haben hart gearbeitet, um die Verhandlungen voranzutreiben und Grundstücke zu tauschen oder zu kaufen. Die Landschaftsplaner von Latz & Partner haben bereits erste Gestaltungsvorschläge vorgestellt, die Elemente wie einen Eingangsbereich, Parkplätze, Wege, eine Aussichtsplattform und einen zentralen Platz mit Sitzgelegenheiten umfassen. Dieser zentrale Platz wird der Erinnerung an die über 4000 verstorbenen Menschen dienen und wird ein Ort des Innehaltens und Gedenkens werden.
Der geplante Baubeginn ist für den Herbst 2026 vorgesehen, wobei die Fertigstellung möglicherweise etwas später erfolgen könnte. Für die Gestaltung der Gedenkstätte sind derzeit fünf Millionen Euro veranschlagt. Eine Einweihung der Gedenkstätte wird für den Sommer 2027 angestrebt, was die Vorfreude auf diesen bedeutsamen Ort des Erinnerns weiter steigert.
Erinnerungsfeier und Ausblick
Ein weiterer wichtiger Termin im Kalender ist die Erinnerungsfeier am 1. Mai 2026 am Bunkerbogen. Diese Veranstaltung wird mit einer Festansprache von Charlotte Knobloch und Beiträgen von Schülern bereichert, die die Bedeutung der Gedenkstätte unterstreichen werden. Offene Fragen zur Sicherung des Geländes müssen zwar noch geklärt werden, doch der Fortschritt ist unübersehbar.
Der „Verein für das Erinnern“ ist aktiv in die Planungen eingebunden und unterstreicht damit die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren. Dieser Prozess zeigt, dass das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in unserer Gesellschaft fest verankert ist und dass der Freistaat Bayern bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um diesen Ort des Erinnerns zu schaffen.
Mit Blick auf die Zukunft wird die Gedenkstätte nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein Ort der Bildung und des Austauschs sein. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um sicherzustellen, dass die Gräueltaten der Vergangenheit nie vergessen werden und dass die Lehren daraus in die Gegenwart und Zukunft getragen werden.