Heute ist der 29.04.2026 und in Mühldorf am Inn stehen die Zeichen auf Veränderung. Michael Hetzl, der seit sechs Jahren als Bürgermeister die Geschicke der Stadt lenkt, gibt am 30. April 2026 seine Schlüssel zum Rathaus zurück. Ein Moment, der für ihn sowohl bittersüß als auch voller Vorfreude ist. „Ich freue mich auf ein Privatleben nach meiner Amtszeit“, äußert sich Hetzl, der bereits jetzt mit einem neuen beruflichen Kapitel liebäugelt. Ob in der Politik oder in der Wirtschaft – Angebote liegen schon auf dem Tisch.

Doch bevor es in die neue Ära geht, blickt Hetzl auf seine Zeit im Rathaus zurück. Stolz hebt er hervor, dass es ihm eine Ehre war, nach der Corona-Pandemie ein Volksfest zu eröffnen. „Das war ein ganz besonderer Moment für die Gemeinschaft“, sagt er. Auch die Städtepartnerschaft mit Salzburg, die Ansiedlung neuer Firmen und die Entwicklung des Stadtplatzes zählen zu seinen Errungenschaften, auf die er mit Freude zurückblickt.

Ein kritischer Blick zurück

Allerdings gibt es auch Schattenseiten. Hetzl äußert seine Enttäuschung über nicht eingehaltene Abmachungen, insbesondere in Bezug auf das Sümö-Gelände. Diese Punkte haben ihn während seiner Amtszeit beschäftigt. Dennoch hat er viele positive Erfahrungen mit den örtlichen Vereinen gemacht. „Die Vereinslandschaft hat sich durch den Zuzug neuer Bürger verändert. Nicht alle sind aktiv, und das spiegelt sich in der Gemeinschaft wider“, erklärt er und bemerkt, dass die allgemeine Rauheit im Umgang der Menschen, verstärkt durch die Corona-Zeit, ebenfalls eine Herausforderung darstellt.

In seinen letzten Tagen als Bürgermeister hat Hetzl noch viel um die Ohren. Er wird seine Stadtrats- und Kreistagsmandate annehmen und ist bereits neuer Fraktionssprecher der UWG-Fraktion im Kreistag. „Ich plane, meiner Nachfolgerin, Frau Hungerhuber, Unterstützung anzubieten, aber Ratschläge habe ich keine“, sagt der scheidende Bürgermeister. Er hat ein gutes Verhältnis zu den Abteilungsleitern im Rathaus aufgebaut und beschreibt sich selbst als effizienter, als er es zu Beginn seiner Amtszeit war.

Der Abschied naht

Sein letzter Arbeitstag wird mit der Rückgabe der Schlüssel nach der Stadtratssitzung enden. „Es wird ein emotionaler Moment“, gibt Hetzl zu bedenken, während er sich gleichzeitig auf die Zeit danach freut. In Mühldorf bleibt er wohnen, und so wird er der Stadt auch weiterhin verbunden bleiben, auch wenn er nicht mehr im Rathaus sitzt.

Die Menschen in Mühldorf können auf eine ereignisreiche Amtszeit von Michael Hetzl zurückblicken. Seine Spuren sind in den Entwicklungen der Stadt sichtbar, und die Veränderungen, die er angestoßen hat, werden sicher noch lange nachhallen. Ein Abschied, der nicht das Ende, sondern vielmehr einen neuen Anfang markiert – sowohl für Hetzl als auch für die Stadt Mühldorf am Inn.