Walldürn feiert in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum: den 400. Geburtstag des Heilig-Blut-Altares. Zu diesem Anlass fand am Freitag, den 17. April, ein aufschlussreicher Festvortrag im katholischen Pfarr- und Gemeindezentrum statt. Historiker Cornelius Lange aus Würzburg entführte die Zuhörer in die faszinierende Welt der Bildhauerfamilie Juncker. Unter dem Titel „Pleiten, Pest und Explosionen“ beleuchtete er nicht nur die sozialgeschichtlichen, sondern auch die kunsthistorischen Aspekte dieser bedeutenden Familie.
Die Veranstaltung begann um 19:30 Uhr und wurde von Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula eröffnet. Auch Guardian Pater Kamil Pawlak, Pater Leon Rawalski und Bürgermeister Meikel Dörr waren unter den Gästen, die sich auf eine spannende Reise in die Vergangenheit freuten. Lange skizzierte die Verbreitung der Werke der Juncker-Familie, die zwischen Mainz und Bamberg zu finden sind. Der Heilig-Blut-Altar in Walldürn, gefertigt aus Sandstein und Alabaster, ist das Hauptwerk von Zacharias Juncker der Ältere, der um 1588 in Walldürn geboren wurde.
Ein Meisterwerk der Kunstgeschichte
Der Heilig-Blut-Altar, der zwischen 1622 und 1626 entstand, ist nicht nur ein Meisterwerk der Bildhauerkunst, sondern auch ein Ort der Verehrung für das Heilige Blutkorporale. Er befindet sich im ältesten Teil der heutigen Kirche, an der Westseite des Nordturms, der etwa auf das Jahr 1330 datiert wird. Hier kommen Pilgergruppen und Einzelpilger zusammen, um traditionelle Gebete zu sprechen, stille Momente zu genießen oder den Altar im Gesang zu umkreisen.
Die Detailfülle der Reliefs und Figuren, die Szenen aus der Legende des Blutwunders darstellen, wurden von Lange eindrucksvoll hervorgehoben. Er trug auch Passagen aus mittelalterlichen Gerichtsverhandlungen in Originalsprache vor, was dem Publikum einen tiefen Einblick in die damalige Zeit vermittelte.
Ein Ausblick auf den Festtag
Die Veranstaltung endete mit einer lebhaften Fragerunde zum Walldürner Blutaltar und dem Priester Heinrich Otto, der eng mit dem Blutwunder von 1330 verbunden ist. Der Förderverein zur Renovierung der Wallfahrtsbasilika bedankte sich bei Lange mit einem Präsent für seinen informativen Vortrag. Ein Ausblick auf den Festtag am Pfingstmontag, dem 25. Mai, wurde ebenfalls gegeben, wo ein Pontifikalamt und eine feierliche Andacht am Blutaltar stattfinden werden.
Der Referent Cornelius Lange, geboren 1986 in Werneck und wohnhaft in Würzburg, ist seit 2012 freiberuflicher Kunsthistoriker und hat sich auf die Bildhauerfamilie Juncker spezialisiert. Seine akademische Ausbildung umfasst einen Magister Artium in Kunstgeschichte und er befindet sich momentan in der Promotion im Fach Kunstgeschichte an der Universität Würzburg. Seine Arbeiten sind nicht nur für private Auftraggeber, sondern auch für Museen und kulturelle Institutionen von großer Bedeutung.
Diese Feierlichkeiten rund um den Heilig-Blut-Altar sind nicht nur ein Fest für die Stadt Walldürn, sondern auch für alle Kunst- und Geschichtsinteressierten. Der Blutaltar ist ein Symbol für Glauben und Kunst, das bis heute Menschen aus nah und fern anzieht.