Heute ist der 16.07.2026 und in Miesbach dreht sich alles um das Forsthaus Valepp. Um genau zu sein, um die Gerichtsverhandlung, die hier stattfinden soll. Ein Streit, der schon länger brodelt, und bei dem sich die Gemüter ordentlich erhitzt haben. Johannes Rabl, der Geschäftsführer des Forsthauses, und Stefan Engelsberger, ein Naturschützer von der Bürgerinitiative „Wildfleck“, stehen sich gegenüber. Ein echter Konflikt, der starker wird, je näher das Gericht rückt.

Engelsberger hat ein Hausverbot am Forsthaus und darf sich lediglich drei Minuten auf dem Gelände aufhalten. Das klingt schon fast wie ein schlechter Scherz, ist aber bitterer Ernst. Das Ziel dieser Verhandlung? Klärung der Grundstücksgrenzen und des besagten Hausverbots. Das Forsthaus gehört den Bayerischen Staatsforsten und wird von Rabl und dem Fußballprofi Manuel Neuer gepachtet. Die beiden haben das Forsthaus mit viel Mühe saniert und die Gastronomie wieder auf die Beine gestellt – eine wahre Herzensangelegenheit für viele in der Region.

Ein langer Weg zur Klärung

Doch Engelsberger lässt sich nicht einfach so abspeisen. Er hatte zuvor die Sanierung kritisiert und ist unerlaubt ins Forsthaus eingedrungen. Ein Verfahren wegen unerlaubten Betretens wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt – die Sache ist also nicht so einfach, wie sie scheint. Bei dem Rundgang über das Areal, der heute stattfinden soll, wird nach Grenzsteinen und -nägeln gesucht, und Zeugen der Bayerischen Staatsforsten sind ebenfalls mit von der Partie. Die Richterin dokumentiert alles akribisch und fragt sich, wo sich Engelsberger in der Vergangenheit aufgehalten hat.

Besonders spannend wird es, als der Rechtsanwalt des Beklagten Fragen zur Nutzung des Forstwegs stellt. Immerhin ist dieser als öffentlicher Radweg ausgewiesen. Die Zeugen berichten von einem recht hitzigen Umgang mit „Diskutanten“ im Forstbetrieb – das klingt fast nach einem kleinen Drama. Als die Richterin einen Vergleich vorschlägt, wird dieser von beiden Parteien abgelehnt. Für Rabl und Neuer ist das Forsthaus nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch ein Stück Heimat, das sie verteidigen möchten.

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Ein Blick in die Zukunft

Das Protokoll der Beweisaufnahme soll bis zum 31. Juli den Parteien zugestellt werden. Und die Entscheidung des Gerichts? Die soll am 13. August fallen. Die nächsten Wochen bleiben also spannend, und die Frage ist, wie sich die Lage weiterentwickeln wird. Die Bürgerinitiative wird sicher nicht locker lassen, und auch Rabl und Neuer haben ein großes Interesse daran, ihre Position zu festigen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und eine echte Bewährungsprobe für alle Beteiligten.

Die Verhandlung um das Forsthaus Valepp ist nicht nur ein lokales Ereignis, sondern wirft auch Fragen auf, die weit über die Grenzen Miesbachs hinausgehen. Es zeigt, wie wichtig der Umgang mit Natur- und Kulturgütern ist und wie unterschiedlich die Auffassungen darüber sein können. Die Zukunft des Forsthauses und die Beziehungen der Beteiligten stehen auf dem Spiel. In einer Zeit, in der Umweltschutz und wirtschaftliche Interessen oft in Konflikt geraten, könnte dieses Verfahren der Beginn eines neuen Kapitels im Umgang mit unseren Wäldern sein.

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