Im Landkreis Miesbach sollten alle Tierliebhaber und Naturschutzfreunde einmal genauer hinschauen: Die Bestände der Kreuzotter nehmen alarmierend ab. Der Bund Naturschutz (BN) hat daher ein Mitmach-Projekt ins Leben gerufen, das die Dokumentation heimischer Schlangenarten zum Ziel hat. Vor kurzem wurde dazu aufgerufen, Schlangen im Landkreis Miesbach mithilfe einer Smartphone-App zu melden.
Konkret handelt es sich hierbei um die Kreuzotter (Wissenschaftlicher Name: Vipera berus) und die weniger gefährdete Ringelnatter. Kennzeichen der Kreuzotter ist das markante Zick-Zack-Band auf ihrem Rücken. Je nach Lebensraum kann sie bräunlich bis schwarz gefärbt sein. Trotz ihres Gifts sind Bisse für Menschen nur in Ausnahmefällen lebensbedrohlich, weshalb ein ruhiges Verhalten bei Sichtungen wichtig ist. Versuchen Sie nicht, die Schlange einzufangen!
Schutzmaßnahmen und Dokumentationsprojekt
Das Engagement des BN zur Rettung der Kreuzotter wird durch den Bayerischen Naturschutzfond und die Lotterie Glücksspirale finanziert. Interessierte Bürger können die App ObsIdentify herunterladen und sich kostenlos registrieren. Diese App hilft dabei, die Schlangen automatisch zu bestimmen, sodass Experten die Funde überprüfen können. Alternativ können Meldungen mit Bildnachweisen auch per E-Mail an das Projektteam gesendet werden.
- Art: Kreuzotter (Vipera berus)
- Länge: Bis zu 65 cm
- Färbung: Hellgrau (männlich) – Braun (weiblich)
- Lebensraum: Bergwiesen, Waldränder, Lichtungen
- Fortpflanzung: Schlupf der Eier im August, lebendgebärend
- Nahrung: Frösche, Eidechsen, Mäuse
Leider ist die Kreuzotter in Deutschland und auch in Sachsen stark gefährdet. Die Art genießt durch die Bundesartenschutzverordnung besonderen Schutz. Das Projekt zur Dokumentation von Schlangen wird daher nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Schutz dieser Tiere leisten, sondern auch das Bewusstsein für die heimische Tierwelt schärfen.
Die vielfältigen Lebensräume der Kreuzotter, von lückigen Bewuchs bis zu strukturreichen Wäldern, sind entscheidend für das Überleben der Art. Daher sollte es uns ein Anliegen sein, durch entsprechende Hinweise und Schutzmaßnahmen die Populationen dieser faszinierenden Schlangen zu unterstützen. Möge jeder, der eine solche Sichtung macht, seinen Beitrag dazu leisten und sich über die App oder per E-Mail am Projekt beteiligen! Mehr Informationen gibt es unter Bergwiesen Osterzgebirge.