Die Stadt Miesbach plant eine ambitionierte Baumpflanzaktion, die sowohl ökologische als auch ästhetische Ziele verfolgt. Michael Lechner von den Freien Wählern möchte 100 neue Bäume in der Stadt pflanzen, um die durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) verursachten Baumverluste wieder auszugleichen. Über 100 große Bäume mussten bereits aufgrund von Schutzfällungen entfernt werden, was ein deutliches Loch in die grüne Lunge der Stadt gerissen hat.

Die geschätzten Kosten für die Pflanzaktion belaufen sich auf 45.000 Euro. Doch hier gab es in der Sitzung des Stadtrats einige hitzige Diskussionen, denn Einwände zur Finanzierung wurden laut. Der Stadtrat einigte sich schließlich darauf, dass die Stadt die ersten 25 Bäume finanzieren soll, während die restlichen Bäume durch Spenden ermöglicht werden. Ein zusätzlicher Kompromiss von Lechner sieht vor, dass die Stadt 20.000 Euro für die gesamte Aktion bereitstellt. Markus Seemüller, ebenfalls von den Freien Wählern, schlägt vor, die Pflanzaktion über drei Jahre zu strecken und somit die Kosten besser zu verankern.

Gemeinsam für ein grüneres Miesbach

Um die Standorte und die Auswahl der neuen Bäume zu klären, wird eng mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammengearbeitet. Eine positive Nachricht kam bereits vonseiten der Miesbacher Gastronomieszene: Der Miesbacher Gastroservice hat sich bereit erklärt, eigenständig die Patenschaft für fünf Bäume zu übernehmen. Dies zeigt, dass das Engagement für ein grüneres Miesbach durchaus hoch im Kurs steht.

Bislang wurden nach den Fällungen bereits 35 Einzelbäume und etwa 300 Sträucher nachgepflanzt. Zudem wurden im Hallenwald 100 Walnussbäume, 100 Edelkastanien und 200 Stieleichen gesetzt. Diese Neupflanzungen sind wichtige Schritte, um ein ausgewogenes Ökosystem zu fördern und die Biodiversität zu stärken.

Gespräche im Stadtrat

Im Stadtrat ist die Diskussion jedoch nicht so leicht abgehakt. Erhard Pohl von der CSU äußerte Bedenken bezüglich der Finanzierung aus dem laufenden Haushalt. Doch trotz unterschiedlicher Ansichten und Anregungen, ist es erfreulich zu sehen, dass ein gemeinsames Ziel im Vordergrund steht: die Schaffung eines reicheren, grüneren Lebensraums für alle Miesbacherinnen und Miesbacher. Der Vorschlag von Stefan Baumgartner (SPD) zur Streckung der Pflanzaktion zeigt, dass auch die Skeptiker bereit sind, der Sache eine Chance zu geben.

Insgesamt bringt die Pflanzaktion frischen Wind in die Diskussionen zur Stadtentwicklung. Durch die Plantage von Bäumen und Sträuchern wird nicht nur der Verlust der gefallenen Bäume ausgeglichen, sondern auch ein wertvolles Zeichen für den Umweltschutz gesetzt. Miesbach steht vor einer spannenden Zeit, in der jeder mit anpacken kann – sei es durch Spenden oder persönliche Patenschaften für die neuen Bäume.