In der malerischen Stadt Bad Tölz fand kürzlich ein bedeutendes Treffen statt, das der Zukunft junger Menschen gewidmet war. Unter dem Motto „Grenzenlos MINT“ und „Grenzenlos digital“ versammelten sich rund 70 Teilnehmer, um Best-Practice-Beispiele für Berufe im Klima- und Umweltschutz sowie im digitalen Bereich zu diskutieren. Diese Initiative ist Teil einer grenzüberschreitenden Kooperation zwischen Deutschland und Österreich, die innerhalb der Euregio des Bezirks Schwaz und der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen sowie Miesbach entstanden ist. Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Euregio SBM seit 2020 stolze 2,6 Millionen Euro an Interreg-Förderung eingeworben hat, um Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und zur Förderung des Verständnisses zwischen Almwirtschaft und Naturschutz zu realisieren.
Ein zentrales Thema des Treffens war der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik, besonders im Tourismussektor. Simon Werther von der Hochschule München stellte interessante Ansätze vor, wie KI dabei hilft, Routinearbeiten zu entlasten. Vanessa Färber vom Verein „klasse!forschung“ präsentierte das Projekt „Grenzenlos MINT“, das den Jugendlichen praxisnahe Berufserfahrungen bietet. Hier wurden bereits über 98.400 Euro in 47 Kurse investiert, an denen mehr als 800 Jugendliche teilnahmen. Ziel des Nachfolgeprojekts „Grenzenlos digital“ ist es, die Berufsorientierung für Jugendliche ab 15 Jahren zu unterstreichen, wobei auch die Schwerpunkte auf KI und Robotik gelegt werden.
Praktische Ansätze in der Bildung
Wie wichtig es ist, praktisches Wissen zu vermitteln, zeigt der Verein FabLab Oberland, der das Projekt „Grenzenlos MINT“ koordiniert. Der Verein hat sich den Bedürfnissen der jüngsten Bürger:innen in der Region Miesbach verschrieben und bietet eine offene Aufklärung über Digitalisierung und Technologie. „Wir wollen jungen Menschen die Welt der MINT-Fächer näherbringen und sie fit für die Zukunft machen“, erklärt ein Sprecher des Vereins. Die Initiative wird nicht nur von den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach unterstützt, sondern auch durch das Klimaschutzmanagement der Landratsämter verstärkt.
Die Partnerschaft zwischen dem FabLab Oberland und dem in Tirol ansässigen Verein klasse!forschung hat sich über die Jahre bewährt. Klasse!forschung hat sich darauf spezialisiert, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung zu vernetzen, was seit nunmehr 10 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Förderung der MINT-Bildung in der Region leistet. Der Austausch der beiden Länder soll zudem durch die Unterstützung von EUREGIO SBM und EU-Fördermitteln aus dem INTERREG Bayern-Österreich Programm weiter intensiviert werden.
Zielgerichtete Förderung von Projekten
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der zur Stärkung des Projekts beiträgt, ist der Kleinprojektefonds unter dem Interreg VI-Programm Deutschland-Nederland, der die grenzübergreifende Zusammenarbeit fördert. Dieser Fonds zielt darauf ab, Hindernisse abzubauen und die Kontakte zwischen den Bürgern in den Grenzregionen zu intensivieren. Mit einer maximalen Förderhöhe von 25.000 Euro für Projekte können Gemeinden und andere Organisationen gezielt unterstützen. Hierbei können auch kleinere Initiativen bis 750 Euro durch ein vereinfachtes Verfahren, das schnelle Zusagen ermöglicht, in die Umsetzung kommen.
So wird die Region nicht nur mit der notwendigen finanziellen Unterstützung ausgestattet, sondern auch im Bereich Bildung und Kooperation vorangebracht. Ines Leister, die die Geschäftsstelle der Euregio SBM leitet, hebt die jahrzehntelange Zusammenarbeit hervor, die mit der „Tegernseer Erklärung“ im Jahr 1998 begann, und zeigt sich zuversichtlich für die zukünftigen Projekte der Euregio.