In Königsdorf, einem kleinen aber feinen Ortsteil von Wiesen, gibt es seit über drei Monaten einen ganz besonderen Ärgernis: Feuchttücher. Ja, genau die kleinen Alltagshelfer, die in vielen Haushalten zum Einsatz kommen, haben sich als regelrechte Verstopfungskünstler entpuppt. Seit Ende Januar blockieren sie die Abwasser-Pumpstation, die für den Transport zum Weidacher Klärwerk zuständig ist. Tobias Riesch, der Vize-Geschäftsleiter im Rathaus, schildert die Situation als alles andere als erfreulich. Trotz eines Appells im März scheint sich die Lage nur marginal verbessert zu haben.
Die Pumpen müssen fast täglich ausgebaut werden. Das ist nicht nur lästig, sondern schlägt auch ordentlich zu Buche, denn die Reparaturkosten könnten letztlich auf die Abwasserpreise aller Haushalte umgelegt werden. Ein bisschen wie ein Teufelskreis—wo man anfängt, kann man nicht mehr aufhören. Besonders dramatisch wurde es in den letzten Tagen: Ein heftiger Regen sorgte für einen Spülstoß, der dazu führte, dass zwei von drei Pumpwerken zeitweise ausfielen. Die Gemeinde und der Abwasserverband warnen eindringlich: „Feuchttücher, Windeln und Hygieneartikel haben in Toiletten und Kanalanschlüssen nichts verloren!“
Ein Blick über den Tellerrand
Ähnliche Geschichten kennt man auch aus anderen Gemeinden. Ein Beispiel gefällig? In Warngau musste eine Gurke aus der Toilette gefischt werden—ja, richtig gelesen! Das sorgte für Schäden, die die Gemeinde 60.000 Euro kosteten. Irgendwie absurd, dass man für solche kleinen „Missgeschicke“ so tief in die Tasche greifen muss.
Doch was macht die Abwasser-Pumpstation so anfällig für diese Art Probleme? Hier kommt die Beschaffenheit des transportierten Abwassers ins Spiel. Ob häusliches, gewerbliches oder industrielles Schmutzwasser—alles hat seine eigenen Eigenschaften. Faktoren wie Viskosität, Feststoffanteil und schwankendes Volumen je nach Tageszeit und Wetter spielen eine entscheidende Rolle. Das alles beeinflusst die Dimensionierung der Pumpen und die Effizienz des gesamten Systems.
Die Technik hinter der Verstopfung
Die Gestaltung der Saug- und Druckleitungen ist ebenso wichtig. Bogenführungen, Rückschlagklappen und die richtige Pumpenwahl sind entscheidend, damit das Abwasser reibungslos fließt. Ein Freistrom- oder Vortex-Rad könnte hier Abhilfe schaffen, denn es ist für hohe Feststoffanteile ausgelegt und verschleißunempfindlich. Dennoch—und das ist der Haken—kann eine Ansammlung von Fasern und Textilien wie Feuchttücher die Leistung der Pumpe erheblich beeinträchtigen. Merkwürdig, nicht? Man hat das Gefühl, dass man gegen Windmühlen kämpft.
Die Situation in Königsdorf zeigt uns einmal mehr, wie wichtig es ist, achtsam mit unseren Abwasserentsorgungsgewohnheiten umzugehen. Es ist ein bisschen wie beim Kochen: Auch da kommt es auf die richtigen Zutaten an! Geht man sorglos mit dem Thema um, können schnell unerwartete Kosten und Probleme entstehen, die keinen Spaß machen. Also, liebe Königsdorfer, denkt dran: Feuchttücher gehören nicht ins Klo!
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