Heute ist der 20.05.2026 und ich sitze hier in Memmingen und muss von einer kleinen, aber prägnanten Wende berichten, die die Internetlandschaft in Amendingen betrifft. Der geplante Glasfaserausbau, auf den viele gehofft haben, wird vorerst nicht umgesetzt. Ja, richtig gehört. Das Telekommunikationsunternehmen Leonet hat der Stadt Memmingen mitgeteilt, dass die Ausbaupläne für den Stadtteil Amendingen auf Eis gelegt werden. Ein echter Dämpfer für die rund 1.600 Haushalte und Gewerbebetriebe, die auf die gigabitfähige Verbindung gewartet haben.
Oberbürgermeister Jan Rothenbacher äußert sein Bedauern über den Rückzug von Leonet. Ich kann mir gut vorstellen, wie frustrierend das für ihn ist. Schließlich hat er sich mit viel Engagement für den Glasfaserausbau eingesetzt. Aber er gibt nicht auf! Rothenbacher strebt an, einen anderen Partner für den Ausbau zu gewinnen und die Stadtverwaltung ist bereits in Gesprächen mit weiteren Telekommunikationsunternehmen. Das Ziel? Den Glasfaserausbau auch ohne Leonet voranzutreiben.
Neue Perspektiven für Amendingen
Michael Haider, der Breitbandbeauftragte der Stadt, hat die Prüfung alternativer Möglichkeiten im Blick. Da wird nicht nur über Gespräche nachgedacht, sondern auch Förderprogramme untersucht – man will schließlich keine Zeit verlieren. Aktuell liegt die Glasfaserquote im Stadtgebiet bei etwa 25 Prozent, was nicht gerade berauschend ist. Neben Amendingen gibt es auch in den Stadtteilen Eisenburg, Buxach/Hart und Volkratshofen keine konkreten Ausbauvorhaben. Es sieht ganz danach aus, als müssten wir uns mit weiteren Versorgungslücken in anderen Teilen Memmingens auseinandersetzen.
Interessanterweise wurde am 23. Januar 2025 eine Kooperationsvereinbarung mit Leonet im Rathaus unterzeichnet. Damals war die Stimmung noch ganz anders. Das bayerische Telekommunikationsunternehmen hatte große Pläne für Amendingen – eine eigenwirtschaftliche Versorgung mit Glasfaser, die ohne öffentliche Mittel realisiert werden sollte. Die Idee war, rund 1.600 Haushalte und Gewerbebetriebe mit einer 1.000 Mbit/s Internetverbindung zu versorgen. Klingt gut, oder? Die Vorvermarktungsphase sollte im Sommer beginnen, und die Hausbesitzer konnten sich sogar auf einen kostenlosen Glasfaseranschluss freuen, sofern sie einen Zweijahresvertrag unterzeichneten. Ja, das waren noch Zeiten!
Ein Blick in die Zukunft
Jetzt gibt es jedoch einige Unsicherheiten. Die Bauzeit war mit gut 24 Monaten angesetzt und die geplante 25 Kilometer lange Glasfasertrasse sollte die digitale Landschaft in Amendingen revolutionieren. Leonet ist seit über 15 Jahren im bayerischen Breitbandmarkt aktiv und hat sich auf ländliche Gebiete spezialisiert. Die Infrastruktur von über 3.500 Kilometern Glasfasernetzen in mehr als 200 Kommunen spricht für sich – aber was ist jetzt? Der Rückzug ist ein herber Rückschlag, und man fragt sich, wie es weitergeht.
Die Stadt Memmingen hat nun die Möglichkeit, sich neu zu orientieren und andere Telekommunikationsunternehmen ins Boot zu holen. Hoffen wir, dass bald wieder frischer Wind in die Sache kommt. Denn die digitale Zukunft sollte nicht länger auf der Strecke bleiben.
