In Memmingen war kürzlich Dr. Carolin Rüger, Europaforscherin und Mitglied im Team Europe Rednerpool der Europäischen Kommission, zu Gast, um mit circa 250 Jugendlichen über die alltäglichen Berührungspunkte mit der Europäischen Union zu sprechen. Die Veranstaltung wurde vom Europabüro, der Europa-Union KV Memmingen sowie der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland organisiert und sorgte für reges Interesse. Rüger, die zuvor am Vorabend ein Diskussionsforum über „Europa zwischen Alltag und Weltpolitik“ geleitet hatte, vermittelte den jungen Menschen, wie die EU ihren Alltag beeinflusst, und bot zahlreiche Einblicke in die Funktionsweise der Union.

Die Themen, die Rüger ansprach, waren vielfältig und reichten von sauberem Trinkwasser, Lebensmittelkennzeichnung und Verbraucherschutz bis hin zu Datenschutz und der Qualität von Badegewässern. „Viele Standards, die wir für selbstverständlich halten, haben ihre Wurzeln in Brüssel, auch wenn das oft nicht bewusst ist“, betonte sie. Die Diskussion sollte nicht nur informieren, sondern auch herausfordern, da Demokratie im 21. Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit mehr sei.

Einbindung der Jugend

Ein zentrales Anliegen der EU-Jugendstrategie, die für den Zeitraum von 2019 bis 2027 gilt, ist die Förderung der Beteiligung der Jugend am demokratischen und bürgerschaftlichen Leben. Die Strategie, die aus der Entschließung des Rates vom 26. November 2018 hervorgeht, verfolgt das Ziel, das Potenzial der Jugendpolitik in der EU zu nutzen und allen jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich in die Gesellschaft einzubringen. Hierzu wurden elf Europäische Jugendziele entwickelt, die in einem Dialog mit jungen Menschen entstanden sind und wichtige Themen wie Beschäftigung, Bildung und soziale Inklusion umfassen. Weitere Informationen dazu finden sich auf der EU-Website zur Jugendstrategie.

Die Strategie dreht sich um drei Kernbereiche: Beteiligung, Begegnung und Befähigung. „Beteiligung“ bedeutet, die demokratische Teilhabe zu fördern und junge Menschen aktiv in politische Entscheidungen einzubeziehen. Unter „Begegnung“ fallen kulturelle und bürgerschaftliche Austauschmöglichkeiten, während „Befähigung“ darauf abzielt, die Jugendarbeit zu stärken und den Zugang zu Unterstützungsangeboten zu verbessern. Darüber hinaus hebt die Strategie evidenzbasierte Ansätze hervor, die auf den Bedürfnissen junger Menschen basieren, und sieht die Einrichtung von Jugendkontaktstellen vor, um die Zusammenarbeit zu verbessern.

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Die Rolle der EU im Alltag

Rüger ermutigte die Schülerinnen und Schüler, ihre Stimmen in der EU und anderen politischen Gremien zu nutzen. Dies spiegelt die Prinzipien der EU-Jugendstrategie wider, die darauf abzielt, Inklusion, Gleichheit und Partizipation zu fördern. „Indem wir unsere Stimmen erheben, können wir aktiv dazu beitragen, unsere Zukunft zu gestalten“, sagte sie. Ein interaktives Format ermöglichte es den Jugendlichen, Fragen zur EU direkt per Smartphone zu stellen und so aktiv in die Diskussion einzugreifen.

Abschließend nutzte Rüger die Gelegenheit, auf die politischen und finanziellen Verluste hinzuweisen, die Deutschland erleiden könnte, wenn der Fokus wieder verstärkt auf nationale Lösungen gelegt würde. Eine starke und einheitliche EU sei grundlegend, um die Herausforderungen der heutigen Zeit gemeinsam zu bewältigen.

Weitere Informationen zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie finden Sie auf der Eur-Lex-Seite. Der EU-Jugendkoordinator fungiert außerdem als Ansprechpartner für die EU-Kommission und bietet eine zentrale Anlaufstelle für junge Menschen, die ihre Ideen und Anliegen einbringen möchten.

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