Am Mittwoch, den 18. Februar 2026, wurde in Memmingen-Steinheim ein Ehepaar im Alter von 62 und 68 Jahren tot in ihrem Einfamilienhaus aufgefunden. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft vermuten, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt. Am darauffolgenden Donnerstag wurde ein 45-jähriger Mann festgenommen, der des Mordes in zwei Fällen verdächtigt wird. Der Verdächtige, ein Deutsch-Iraker, wurde in Untersuchungshaft genommen, nachdem ein Haftbefehl am Amtsgericht Memmingen erlassen wurde.

Die genauen Hintergründe und das Motiv der Tat sind derzeit noch unklar. Unklar ist auch, wer die Eheleute fand und ob es Hinweise auf Raub oder andere Motive gibt. Erste Ermittlungen durch die Polizeiinspektion Memmingen und den Kriminaldauerdienst ergaben den Verdacht eines Tötungsdeliktes. Die Kriminalpolizei in Memmingen führt die Ermittlungen weiter und war am Freitagvormittag noch aktiv mit der Spurensicherung im Haus der Getöteten beschäftigt. Details darüber, wie die Ermittler auf den Tatverdächtigen kamen, wurden nicht näher erläutert.

Kriminalität im Allgäu

In der Region Allgäu gab es in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrere aufsehenerregende Kriminalfälle. So verschwand im August 2025 eine 36-jährige Mutter aus Lauben, deren Leiche später gefunden wurde; ihr Lebensgefährte gestand die Tat. Zudem kam es am 23. August 2025 in Kaufbeuren-Neugablonz zu einem tödlichen Unfall, bei dem ein 20-jähriger Fahrer starb. Der mutmaßliche Fahrer wurde ebenfalls festgenommen und sieht sich einer Mordanklage gegenüber.

Memmingen selbst hat etwa 44.192 Einwohner (Stand: 31.12.2024) und eine Fläche von 70,11 km². Oberbürgermeister Jan Rothenbacher (SPD) leitet die Stadt, die für ihren Marktplatz mit Rathaus, den Allgäu Airport und das Eishockey-Team ECDC Memmingen bekannt ist. Auch Veranstaltungen wie die Wallenstein-Festspiele, der Fischertag und das Stadtfest ziehen Besucher an.

Gewaltkriminalität in Deutschland

Gewaltverbrechen machen in Deutschland weniger als 4% aller polizeilich erfassten Straftaten aus, beeinflussen jedoch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärker als Diebstahl oder Betrug. Im Jahr 2024 wurden rund 217.000 Gewaltverbrechen registriert, die höchste Zahl seit 2007. Interessanterweise fiel die Zahl der Gewalttaten ab 2017, erreichte jedoch während der Corona-Pandemie 2021 einen Tiefstand von circa 165.000 Fällen. Seitdem ist die Zahl der Gewalttaten wieder rasant gestiegen und liegt nun fast ein Drittel höher als 2021.

Die Polizei konnte im Jahr 2024 in gut drei Viertel der Fälle Gewalttaten aufklären. Es wird angenommen, dass wirtschaftliche Unsicherheiten, soziale Belastungen und Risikofaktoren bei Schutzsuchenden mögliche Gründe für den Anstieg der Gewaltkriminalität sind. Dies zeigt, dass die Herausforderungen in der Gesellschaft auch vor den Türen kleinerer Städte wie Memmingen nicht haltmachen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Artikeln der Allgäuer Zeitung und BR.de. Weiterführende Informationen zur Gewaltkriminalität in Deutschland können Sie hier nachlesen.