In Bodman-Ludwigshafen am Bodensee, da wo die Wellen sanft gegen die Ufer plätschern, praktiziert Bettina Köhler, eine engagierte Allgemeinarztin, die ihre Berufung seit 1998 mit vollster Hingabe lebt. Mit ihren 63 Jahren hat sie nicht nur einen großen Patientenstamm, sondern auch eine spannende Herausforderung: Zwischen Ostern und Oktober wird ihre Praxis von Urlaubern überflutet, die in der Region Hilfe suchen. Jährlich kommen rund 50 zusätzliche Patienten, vor allem, um die Folgen von Sonnenbränden zu behandeln – ein häufiges Übel, das man sich bei all dem sonnigen Wetter leicht einfangen kann.

Die Ärztin kennt die Probleme, die mit der Sommerhitze einhergehen, nur zu gut. „Wenn die Urlauber aus dem Wasser kommen und sich rot wie Tomaten sehen, weiß ich, dass ich gefragt bin“, sagt sie. Ihre Ratschläge sind einfach, aber effektiv: Kühlen, viel Trinken und – ganz wichtig – keinen weiteren Sonnenkontakt! Besonders beliebt sind die Stand-up-Paddle-Boards, doch sie bringen auch Risiken mit sich. Ausgedehnte Touren können das Risiko für Sonnenstich erhöhen, vor allem für die Sportler, die in der prallen Sonne aktiv sind. Die Symptome – Dehydrierung und Fieber – sind alles andere als angenehm. In diesen Fällen kann auch schon mal eine Kochsalzinfusion nötig sein.

Die Gefahren der Natur

Ein weiteres unangenehmes Thema, das in der Bodenseeregion nicht ignoriert werden kann, sind die Zecken. Sie sind ein ernsthaftes Risiko, denn die Region gilt als FSME-Risikogebiet. Tatsächlich sind in Deutschland insgesamt 185 Kreise als solche ausgewiesen – die Gefahr ist also nicht zu unterschätzen. Zecken sind ab Temperaturen von etwa 8 Grad Celsius aktiv und besonders im Frühjahr, Frühsommer und Herbst auf der Pirsch. Der gemeine Holzbock, die häufigste Zeckenart in Deutschland, kann nicht nur Borreliose, sondern auch die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. In Risikogebieten sind etwa 5% der Zecken mit FSME-Viren infiziert, was die Sache umso beunruhigender macht.

„Die Symptome von Borreliose sind oft schleichend“, erklärt Köhler. Wanderröte, Müdigkeit und Gelenkschmerzen können sich über Wochen entwickeln. Und das Schlimmste: Bei FSME werden die Viren sofort beim Zeckenstich übertragen; die Symptome können erst bis zu 20 Tage später auftauchen. Daher rät sie ihren Patienten zu langen, hellen Kleidungsstücken und Insektensprays, um sich zu schützen. Wer nach einem Aufenthalt im Freien regelmäßig nach Zecken sucht, kann viele Probleme schon im Keim ersticken.

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Internationale Patienten und hygienische Herausforderungen

Doch nicht nur die einheimischen Urlauber suchen Hilfe. Köhlers Praxis ist auch ein Anlaufpunkt für internationale Patienten, vor allem aus der Schweiz, Österreich, Frankreich und den Niederlanden. Urlauber erhalten in der Regel Privatrechnungen, die sie anschließend mit ihrer Krankenkasse abrechnen können. Im Jahr 2022 wurden in Baden-Württemberg etwa 7.300 Patienten mit Wohnsitz im Ausland behandelt – die Mehrheit stammte, wie könnte es anders sein, aus Deutschland.

Ein weiteres häufiges Problem, das die Ärztin sieht, sind Magen-Darm-Infekte, insbesondere nach dem Genuss von ungenügend hygienisch zubereiteten Lebensmitteln. Auch Migränebeschwerden sind an föhnigen Tagen keine Seltenheit. „Die Hitze und der Druck – das ist für viele einfach zu viel“, sagt sie mit einem verständnisvollen Lächeln. Manchmal wirkt es fast so, als würde die Natur selbst ihre eigenen Herausforderungen für die Menschen bereitstellen.

Die Bodenseeregion ist ein wunderschöner Ort, aber wie in jedem Paradies gibt es auch hier seine Tücken. Ob Sonnenbrand, Zeckenstich oder Magen-Darm-Probleme – die Herausforderungen sind vielfältig. Und während die Urlauber in der Sonne entspannen, bleibt es an Doktor Köhler und ihrem Team, die kleinen und großen Wehwehchen zu behandeln. So wird die Sommerzeit in Bodman-Ludwigshafen nicht nur eine Zeit der Erholung, sondern auch der medizinischen Abenteuer.

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