Ferienwohnungen oder Wohnraum? Lindau im Dilemma
Heute ist der 23.06.2026 und in Lindau, der charmanten Stadt am Bodensee, brodelt es mal wieder. Ferienwohnungen sorgen für mächtigen Zoff, und das nicht ohne Grund. Das Thema ist so umstritten wie ein Fußballspiel zwischen Bayern und Dortmund – leidenschaftlich und oft hitzig. Der Wohnraummangel ist ein echtes Problem, und die Kommune hat beschlossen, vorerst keine neuen Gästeunterkünfte mehr zu genehmigen. Das geht jetzt über Bebauungspläne, und der neueste Plan, der für die Südliche Schachener Straße in Hoyren beschlossen wurde, hat gerade erst das Licht der Welt erblickt.
Mit 18 Ja-Stimmen und nur zwei Nein-Stimmen hat der Stadtrat für den neuen B-Plan gestimmt, der die Nutzung von Ferienräumen und -wohnungen in diesem Gebiet verbietet. Die Öffentlichkeit darf nun über den Plan abstimmen, doch die Sorgen der Stadträte sind greifbar. Immerhin wurden in Streitelsfingen mehrere nicht genehmigte Ferienwohnungen in sechs Gebäuden festgestellt, während nur vier genehmigt sind. Ein gefährliches Spiel mit dem Wohnraum, das die Gemüter erhitzt. Auch im Planungsgebiet Südlich Schachener Straße sind fünf genehmigte und acht nicht genehmigte Ferienwohnungen in der Statistik. Ein Dilemma, das dringend einer Lösung bedarf.
Die Stimme der Stadträte
Angelike Rundel von der SPD hat die Problematik treffend auf den Punkt gebracht: Es kann nicht sein, dass neue Ferienwohnungen nicht genehmigt werden, während bestehende, aber unregistrierte Wohnungen ungeschoren bleiben. Andreas Reich von der FW/FB hat ebenso eine Lösung gefordert. Es wird nicht nur Zeit, sondern auch Personal benötigt, um das Bauamt zu unterstützen. Hilmar Ordelheide, der Vorgesetzte des Bauamts, hat bestätigt, dass derzeit Stellen unbesetzt sind – ein Mangel, der die Situation noch komplizierter macht. Der Bauausschuss soll im Juli einen Vorschlag zur Lösung des Problems vorstellen, aber bis dahin bleibt vieles im Ungewissen.
Ein interessanter Aspekt kommt von Ulrike Lorenz-Meyer (Bunte), die sich fragt, was passiert, wenn noch vor dem Inkrafttreten des B-Plans ein Antrag auf eine Ferienwohnung gestellt wird. Dieser wird vorerst zurückgestellt, was die Unsicherheit für potenzielle Betreiber weiter erhöht. Und dann ist da noch Ralf Weichelt von der AfD, der gegen den B-Plan ist und überhaupt keinen Wohnraummangel sieht. Doch Oberbürgermeisterin Claudia Alfons kontert und betont die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt in Lindau. Ein spannendes, wenn auch angespanntes, Politsspiel, das die Stadt in Atem hält.
Ein Blick über den Tellerrand
<pWenn man über Lindau nachdenkt, drängt sich unweigerlich der Vergleich mit Sylt auf, wo das Thema Ferienwohnungen ebenfalls für viel Aufregung sorgt. Auf der beliebten Insel gibt es satte 11.000 Ferienwohnungen, aber ein Drittel davon ist „nicht genehmigungsfähig“. Unternehmer auf Sylt befürchten, dass mehr als 70% der Ferienwohnungen illegal sind. Da könnte eine Stilllegung von mehr als der Hälfte der Feriendomizile zu erheblichen finanziellen Einbußen führen. Auch dort wird mit neuen B-Plänen gearbeitet, um die Situation zu regeln. Der neueste Plan, „B-Plan 28“, sieht vor, mindestens 50% der Geschossfläche eines Hauses für Dauerwohnen zu nutzen. Es bleibt spannend zu sehen, wie ähnliche Maßnahmen auch in Lindau umgesetzt werden können, um die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen zu stoppen.
Die Herausforderungen sind vielschichtig und lassen sich nicht mit einem einfachen Rezept lösen. Es wird ein Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Bewohner und den Interessen der Tourismusbranche, der noch lange nicht zu Ende ist. Lindau hat sicherlich eine aufregende Zeit vor sich, während die Diskussionen weitergehen und die Stadt versucht, ihren besonderen Charakter zu bewahren.
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