Heute ist der 19.05.2026, und in Lichtenfels gibt es Neuigkeiten, die nicht nur hier vor Ort, sondern in ganz Oberfranken für Gesprächsstoff sorgen. Die IHK Oberfranken Bayreuth hat jüngst betont, dass die exportorientierten Unternehmen das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. Kaum zu fassen, aber fast jeder sechste Arbeitsplatz in Oberfranken hängt direkt oder indirekt am Export! In der Industrie ist das sogar jeder zweite Arbeitsplatz. Ein echter Hammer, oder?

Doch die Lage ist nicht nur rosig. Wie eine Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) zeigt, hat sich Bayern seit 2019 zum Nettoimporteur gewandelt. Das ist schon etwas beunruhigend. Der Anteil der Exporte am Bruttoinlandsprodukt ist von 32 Prozent im Jahr 2024 auf 28,4 Prozent gesunken. Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2024 von 593.472 Erwerbstätigen in Oberfranken ganze 94.280 exportabhängig waren, macht das nachdenklich.

Die Zahlen sprechen für sich

Und die Zahlen hören hier nicht auf. Das exportabhängige Steueraufkommen in Oberfranken beträgt jährlich rund 750 Millionen Euro. Im Landkreis Lichtenfels liegt die Exportrelevanz bei 15 Prozent, was in etwa 38 Millionen Euro ausmacht. Wenn das mal kein Grund ist, sich für eine exportorientierte Wirtschaft starkzumachen! Dennoch gibt es auch Herausforderungen. Die IHK fordert bessere Bedingungen für die Unternehmen, besonders für den Mittelstand. Schließlich kann eine exportorientierte Wirtschaft Risiken geschickt auf mehrere Standbeine verteilen. Und die Erwartungen bei den Auslandsgeschäften sind momentan besser als die bei der Inlandsnachfrage. Das ist ein Zeichen, dass wir hier umdenken müssen.

Allerdings müssen wir auch die aktuellen Herausforderungen im Blick behalten. Die Exportzahlen der bayerischen Wirtschaft sind im August 2025 um 9,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken – ein Rückgang von 14,6 Milliarden Euro. Die Einfuhren folgten diesem Trend und sanken um 6,0 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro. Besonders auffällig ist, dass die USA als wichtigster Handelspartner Bayerns deutlich weniger Waren abnehmen. Das sind schon alarmierende Zahlen, die uns zu denken geben sollten.

Wettbewerbsfähigkeit sichern

Umso mehr ist es wichtig, dass wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sichern. Die IHK sieht hier Handlungsbedarf: leichterer Zugang zu internationalen Märkten, schnellere Genehmigungen sowie eine verlässliche Energie- und Digitalinfrastruktur sind nur einige der geforderten Maßnahmen. Auch die Förderung des Technologietransfers zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen wird als notwendig erachtet. Hier könnte eine digitale Offensive, gepaart mit einer umfassenden Fachkräftequalifizierung für neue Technologien, der Schlüssel zum Erfolg sein.

Mit einem gezielten Blick auf die Zukunft und einer entschlossenen Haltung müssen wir uns den Herausforderungen stellen. Freihandelsabkommen sind dabei ein weiteres wichtiges Thema – sie können die Türen zu neuen Märkten öffnen und unsere Exporte ankurbeln. Wenn wir all diese Aspekte zusammenbringen, können wir vielleicht sogar die Wende schaffen. Schließlich ist es unser Ziel, die wirtschaftliche Stärke der Region zu bewahren und auszubauen. Und das wird nicht einfach, aber es lohnt sich!