Heute ist der 24.04.2026, und in Landshut brodelt es gewaltig: Das Moserbräu-Areal, ein prägender Ort in der Altstadt, steht vor einem bedeutenden Wandel. Die Sanierung des denkmalgeschützten Moserbräu-Gebäudes sowie der Neubau mit Tiefgarage sind für August 2025 angesetzt. Dabei wird sensibel mit der historischen Bausubstanz umgegangen, um den einzigartigen Charakter des Gebäudes zu bewahren. Ein Ziel, das sowohl die Stadt als auch die Bürgerinnen und Bürger der Region angeht, denn der Moserbräu war über Jahrzehnte hinweg ein umstrittenes Thema in der Landshuter Politik und Gesellschaft.
Das Gebäude hat eine lange Geschichte: Teile des Moserbräus stammen sogar aus dem 15. Jahrhundert, konkret vor 1442. Eine spannende Zeit, die von mehrfachen Abrissdrohungen in den letzten 40 Jahren geprägt war. Olivia Dudkowski dokumentierte in ihrer Diplomarbeit die Anträge zum Abriss, die zwischen 1987 und 2017 immer wieder zur Diskussion standen. Obwohl der Stadtrat 2016 den Abrissplänen des Eigentümers Christian Eller zustimmte, intervenierte die Regierung von Niederbayern und hob diesen Beschluss auf. Letztendlich wurde 2018 entschieden, das historische Gebäude zu erhalten und nur den rückwärtigen Bereich neu zu bebauen.
Ein durchdachtes Konzept für die Zukunft
Das neue Konzept zur Erhaltung der historischen Bausubstanz wurde vom Architekturbüro Brückner & Brückner aus Tirschenreuth entwickelt. Generalkonservator Mathias Pfeil lobte das Konzept als „exzellent“. Geplant ist eine Gesamtfläche von 4800 Quadratmetern, die sich auf Gewerbe, Büro und 29 Wohneinheiten verteilt. Im Erdgeschoss wird eine gewerbliche Nutzung, voraussichtlich mit Gastronomie, angestrebt, während die oberen Stockwerke Büros und Wohnungen beherbergen sollen, einschließlich eines barocken und gotischen Dachstuhls. Auch ein Innenhof mit Arkaden ist Teil des Entwurfs.
Die Tiefgarage, die im rückwärtigen Teil des Grundstücks entsteht, wird über den Dreifaltigkeitsplatz zugänglich sein und soll den Parksuchverkehr in der Altstadt reduzieren. Für die Vermietung ist sie von essenzieller Bedeutung, und der Eigentümer zeigt sich optimistisch, dass die Arbeiten bis zum ersten Quartal 2028 abgeschlossen sein werden. Die Genehmigung umfasst auch die Instandsetzung relevanter Bauteile sowie den Erhalt des historischen Fassadenputzes und der Fenster, was die Herausforderungen der Sanierung deutlich macht.
Das Moserbräu als Teil der Stadtgeschichte
Der Gasthof Moserbräu, ein dreigeschossiger Walmdachbau aus dem 17. und 18. Jahrhundert, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts umgestaltet und verfügt über eine Hofseite mit Seitenflügel und einem zweigeschossigen Laubengang. Die geplanten terrassierten Wohngebäude und die Tiefgarage mit rund 90 Stellplätzen sollen das Areal zukunftsfähig machen, ohne den historischen Charakter der Altstadt zu gefährden.
Die Sanierung erfordert umfangreiche Zimmererarbeiten, da frühere Umbauten die Statik und die Fundamente des Gebäudes beeinflusst haben. Doch die Stadt Landshut ist entschlossen, den historischen Dachstuhl in Abstimmung mit dem Denkmalschutz zu erhalten, und die Stadtbewohner können sich auf die gelungene Verbindung von Tradition und Moderne freuen. Der Moserbräu wird nicht nur ein Ort der Erinnerung an die Geschichte Landshuts sein, sondern auch ein lebendiger Teil der Zukunft der Stadt.