Heute ist der 1.04.2026. Ein schmerzhaftes Kapitel in der Geschichte des bayerischen Schuhhandels hat begonnen: Der Traditionsschuhhändler Sutor ist insolvent. Insolvenzverfahren für mehrere Unternehmen der Sutor-Gruppe wurden am 30. März 2026 eröffnet. Die Verfahren betreffen vier Gesellschaften, darunter die Sutor Schuh GmbH und die Sutor GmbH & Co. KG, und werden in Eigenverwaltung geführt. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, wird jedoch von dem gerichtlich bestellten Sachwalter Rechtsanwalt Oliver Schartl begleitet. Dies ermöglicht eine gewisse Kontinuität in der Führung des Unternehmens, während gleichzeitig die notwendigen rechtlichen Schritte zur Sanierung eingeleitet werden.
Die Insolvenz von Sutor, das 1934 gegründet wurde und seinen Sitz in Altdorf bei Landshut hat, ist das Resultat erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten, die zu Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung führten. Bereits zu Beginn des Jahres 2026 wurden Insolvenzanträge gestellt, nachdem das Unternehmen von dem Berliner Unternehmer Steffen Liebich übernommen worden war. Liebich betreibt auch andere Schuhfilialisten wie Leiser, Schuhhof, Anika, Schlatholt und Kay sowie den Versandhändler Gebrüder Götz. Die 41 Filialen von Sutor, die unter den Marken Sutor und Happy Schuh sowie einem Online-Shop agieren, beschäftigen rund 400 Mitarbeitende.
Der Weg zur Sanierung
Die Insolvenzverfahren zielen darauf ab, die Firmen im laufenden Betrieb fortzuführen und eine organisatorische Neuausrichtung vorzunehmen. Gläubiger haben die Möglichkeit, ihre offenen Forderungen fristgerecht einzureichen. Erste Gerichtstermine, darunter Gläubigerversammlungen und Prüfungstermine, sind bereits für Anfang Juni 2026 angesetzt. Diese ersten Schritte sind entscheidend, um den betroffenen Unternehmen einen Neuanfang zu ermöglichen und die Arbeitsplätze der rund 400 Beschäftigten zu sichern.
Die Herausforderungen, vor denen Sutor steht, sind nicht einzigartig. Die gesamte Schuhbranche hat in den letzten Jahren mit verschiedenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, die durch veränderte Konsumgewohnheiten und den Online-Handel verstärkt wurden. Die Neuausrichtung der Sutor-Gruppe könnte ein Lichtblick für die Branche sein, wenn es gelingt, die Strukturen zu optimieren und die Marke neu zu positionieren. Doch die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob Sutor die Wende wirklich schaffen kann.
Für weitere Informationen und einen detaillierten Überblick über die aktuelle Situation des Unternehmens und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Insolvenz, verweisen wir auf die Berichterstattung von t-online und rosenheim24.