Heute ist der 4.05.2026 und in Landsberg am Lech dreht sich alles um die Zukunft des Handwerks. Bei der Mitgliederhauptversammlung der Zimmerer-Innung gab es spannende Entwicklungen, die für alle Handwerker und Interessierten von Bedeutung sind. Obermeister Stefan Fichtl wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt – ein Zeichen von Vertrauen, das in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich ist. Auch Florian Sanktjohanser erhielt das einstimmige Votum als stellvertretender Obermeister. Man könnte sagen, hier wird nicht nur an der Tradition festgehalten, sondern auch mit frischem Elan in die Zukunft geschaut.
Die zentralen Themen, die die Mitglieder beschäftigten, waren die Fachkräftesicherung und die Stärkung der betrieblichen Ausbildung. Besonders in Zeiten, in denen Hunderttausende Fachkräfte im Handwerk fehlen, ist das ein drängendes Anliegen. Fichtl betonte, wie wichtig es ist, die praktische Erfahrung im Betrieb mehr wertzuschätzen. Ein Mangel, der nicht nur in der Zimmerer-Innung spürbar ist – bundesweit fehlen rund 250.000 Fachkräfte, eine alarmierende Zahl, die dazu führt, dass man über innovative Lösungen nachdenken muss.
Künstliche Intelligenz als Lösung?
Ein Thema, das in der Versammlung aufkam, war der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf das Handwerk. Die Diskussion über den Einsatz von KI ist nicht nur theoretischer Natur, sondern wird bereits in vielen Betrieben lebendig. Mario Schunk, der Inhaber eines Heizungsbetriebs, nutzt seit 2021 KI für die Kundenkommunikation und Büroarbeit. Und tatsächlich, die KI erstellt Angebote und arbeitet rund um die Uhr – was für eine Erleichterung! Schunk berichtet von einer erheblichen Effizienzsteigerung im Team. Das weckt die Neugier: Könnte KI der Schlüssel zur Bewältigung des Fachkräftemangels sein?
Christoph Krause vom Mittelstand-Digitalzentrum der Handwerkskammer Koblenz hebt hervor, dass das Interesse an KI in Handwerksbetrieben geradezu explodiert. Schon heute wird KI für Büroarbeit, Angebotsgestaltung und sogar Baustellendokumentation eingesetzt. Zukünftig könnten Roboter Baustellen dokumentieren und Sicherheitsstandards überwachen – eine spannende Vorstellung, die aber auch Fragen aufwirft. Karen Joisten, Professorin für Ethik, warnt vor dem Verlust von Wissen, wenn KI zu stark eingesetzt wird. Es braucht also eine sorgfältige Abwägung: Wie viel KI ist sinnvoll und wo muss der Mensch das Zepter in der Hand behalten?
Wertschätzung und Ausbildung im Handwerk
Zurück zur Versammlung: Ein weiteres wichtiges Thema war die Etablierung von Formaten wie der Ausbildungsmesse und dem „Tag der Ausbildung“. Diese Veranstaltungen bieten eine Plattform, um junge Talente für das Handwerk zu begeistern und ihnen die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen. Der Fokus liegt hier besonders auf der „Zwischenebene“, also auf qualifizierten Fachkräften wie Vorarbeitern und Polieren. Die Erkenntnis, dass der Engpass bei den qualifizierten Fachkräften immer größer wird, muss uns alle zum Handeln bewegen.
Die formalen Beschlüsse, einschließlich der einstimmigen Genehmigung der Jahresrechnung 2025 und des Haushaltsplans 2027, zeigen, dass hier nicht nur geredet, sondern auch gehandelt wird. Zudem wurden Meisterhaft-Urkunden verliehen, was nicht nur die Wertschätzung für die geleistete Arbeit unterstreicht, sondern auch ein Anreiz für die nächsten Generationen ist, in die Fußstapfen ihrer Vorgänger zu treten.
Als Signal an die Öffentlichkeit: Das Handwerk bleibt ein zentraler Wirtschaftsfaktor mit starken Betrieben und qualifiziertem Nachwuchs. Und wo es Herausforderungen gibt, wie den Fachkräftemangel, da wird auch nach Lösungen gesucht – sei es durch innovative Technologien wie KI oder durch eine gezielte Förderung der Ausbildung. In Landsberg am Lech wird klar, dass die Zukunft des Handwerks vielversprechend ist, wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen.