Heute ist der 29.05.2026, und während ich durch die malerischen Gassen von Landsberg am Lech schlendere, fühle ich mich in eine andere Zeit versetzt. Diese Stadt hat eine faszinierende Geschichte, die bis in die Steinzeit zurückreicht. Archäologische Funde auf dem Schlossberg zeugen von abgebrannten Holzhütten und Keramikscherben aus der Bronzezeit. Wer hätte gedacht, dass hier einst Kelten lebten, die dem Lech (Licca) seinen Namen gaben? Ein Hauch von Geschichte liegt in der Luft, wenn ich die alten Mauern und Brücken betrachte, die von Heinrich dem Löwen im Jahr 1158 errichtet wurden. Damals wurde eine Salzstraße verlegt, die die Stadt zu Reichtum führte und sie zu einem wichtigen Handelsplatz machte.

Landsberg am Lech, gegründet im gleichen Jahr wie München, hat sich im Laufe der Jahrhunderte als beschauliches Idyll behauptet. Während München sich zu einer pulsierenden Metropole entwickelte, blieb Landsberg ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit. Stadtführer Andreas Münzer beschreibt die beiden Städte als Schwesterstädte – und das hat etwas für sich! Wer könnte die charmante, dreieckige Form des Hauptplatzes in Landsberg mit dem Marienplatz in München vergleichen? Hier findet man eine Rathausfassade, die von Dominikus Zimmermann gestaltet wurde, und die gotische Pfarrkirche mit ihren 17 prächtigen Barockaltären – ein wahres Fest für die Sinne.

Ein historisches Erbe

Die Stadt hat viel durchgemacht. Im 5. Jahrhundert v. Chr. lebten die Kelten hier, die von den Römern abgelöst wurden. Letztere hinterließen Münzfunde und Reste einer Befestigungsanlage, während sie die Via Claudia bauten, die Füssen mit Augsburg verband. Nach der Römerzeit siedelten Alamannen und Bajuwaren in der Region. Die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrei in Spötting stammt aus dem Jahr 969 – so viele Geschichten, die in diesen alten Mauern stecken!

Im Jahr 1260 erhielt Landsberg vermutlich Stadtrechte, und es dauerte nicht lange, bis die Stadt zum regionalen Umschlagplatz für Getreide und Holz wurde. Der Salzhandel war von immenser Bedeutung, und Heinrich der Löwe förderte den Handelsweg über Landsberg, was die Stadt zu neuer Blüte führte. Ein Wehr zur Energieversorgung der Mühlen trug ebenfalls zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Die Stadtmauer mit ihren Zunftabschnitten, darunter das Bäckertor, zeugt von der einstigen Pracht.

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Sehenswürdigkeiten und Stadtführungen

Die Altstadt von Landsberg ist ein wahres Juwel an der „Romantischen Straße“. Ein Stadtspaziergang über eine 3,4 km lange Route wird zum unvergesslichen Erlebnis. Hier gibt es so viel zu entdecken! Die Möglichkeit zur Buchung von Stadtführungen über die Homepage von Landsberg am Lech macht es einfach, mehr über die Geschichte und Kultur der Stadt zu erfahren. Die Jesuitenkirche, ein wichtiger Stützpunkt der Gegenreformation, und das Bayertor mit seinem Zwinger zur Verteidigung sind nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten, die es zu bestaunen gilt. Wenn man bedenkt, dass bis 1935 Linksverkehr herrschte, spürt man förmlich den Hauch der Geschichte.

Die Anreise nach Landsberg ist unkompliziert – per Bahn, umsteigen in Kaufering, und schon ist man im Herzen der Stadt. Wer mit dem Auto kommt, findet in der Tiefgarage Schlossberg einen praktischen Parkplatz für nur 7 Euro pro Tag.

Wenn ich nach Süden blicke, entdecke ich ein kleines Naturparadies, das zum Verweilen einlädt. Im Norden liegt das Welterbe der Augsburger Wasserwunder. Hier, in dieser charmanten Stadt, scheint die Zeit stillzustehen, und ich kann nicht anders, als mich in die Geschichte von Landsberg am Lech zu verlieben.