Graffiti im Fußballsumpf: Landsberg am Lech im Farbenrausch
Heute ist der 16.06.2026 und in Landsberg am Lech brodelt es. Unzählige Graffiti-Schmierereien im Stadtgebiet werfen einen Schatten auf die beschauliche Stadt. Es sind nicht nur die Sprayer, die für Verdruss sorgen, auch die zunehmenden Schriftzüge, die die Wände zieren, sind ein heiß diskutiertes Thema im Stadtrat. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) hat im Februar im Stadtrat deutlich gemacht, wie verärgert sie über die Sprayer ist – anscheinend echte Fans des FC Bayern München. Man könnte fast meinen, sie hätten ihre eigene kleine Kunstszene ins Leben gerufen, wenn die Schmierereien nicht so viele Bürger verärgern würden.
Mitarbeiter des städtischen Bauhofs haben sich schon um die Entfernung der „FCB“-Schriftzüge am Lechwehr gekümmert, doch diese Woche sind neue Schmierereien aufgetaucht. Das Lechwehr ist nicht das einzige Ziel; auch die Mauern der Von-Kühlmann-Straße sind betroffen. Dort prangt zusätzlich der Schriftzug „Pokalsieger!“. Da wird einem ganz schwindelig – ein bisschen wie der Auftritt der Bayern selbst, die stets um den Titel kämpfen, nur dass die Stadtverwaltung hier die Aufräumarbeiten übernehmen muss. Ein kleiner Aufruhr in der ruhigen Stadt, der nicht nur die Oberbürgermeisterin, sondern auch die Bevölkerung beschäftigt.
Neues aus der Graffiti-Szene
Fabio Gruber, Pressesprecher der Stadt, hat erklärt, dass das Lechwehr und die Bauwerksmauern im Zuständigkeitsbereich des Wasserwirtschaftsamts Weilheim liegen. Das bedeutet, dass die Reinigungsarbeiten auch von diesem Amt durchgeführt werden müssen – ganz schön bürokratisch, wenn man bedenkt, dass die vorherigen Reinigungsarbeiten schon rund 1000 Euro gekostet haben. Das waren nur zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, die jeweils sechs Stunden beschäftigt waren, um das Chaos zu beseitigen. So viel Aufwand für ein bisschen Farbe!
Laut Polizeichefin Nina Vallentin sind die neuen Schmierereien am Lechwehr bereits zur Kenntnis genommen worden, und die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Ein weiterer Grund zur Besorgnis ist der Anstieg von Aufklebern, die besonders in der Altstadt auftauchen. Ulrike Gömmer von den Grünen hat im Stadtrat darauf hingewiesen, dass diese Schmierereien und Aufkleber nicht nur ein ästhetisches Problem sind, sondern auch Sachbeschädigungen darstellen. Man fragt sich, wo das noch hinführen soll. Ein kleines bisschen wie ein Spiel, bei dem die Stadt ständig hinterherlaufen muss.
Eine wachsende Herausforderung
<pDoch das ist nicht nur ein lokales Phänomen. Die Szene ist größer als man denkt. In München sind ähnliche Graffitis aufgetaucht, die von Fußballfans stammen – vor allem von der Fangruppierung „Munich's Red Pride“ (FCB MRP), die ihre Botschaften auf Autobahnbrücken und sogar in Naturschutzgebieten hinterlassen. Seit Dezember 2022 hat die Polizei über 80 Schadensmeldungen wegen besprühter Schilder und Wände erhalten. Auch hier ist die Polizei aktiv geworden und hat bereits mehrere Festnahmen vorgenommen. Das zeigt, dass es sich um ein größeres Problem handelt, das nicht nur Landsberg betrifft.
Ob es jetzt wirklich an den Fußballfans liegt oder ob die Stadt einfach ein beliebtes Ziel für kreative Sprayer geworden ist? Die Frage bleibt offen. Eins ist sicher: Die Reinigungsarbeiten werden weitergehen müssen, und die Diskussion im Stadtrat über Schmierereien wird sicherlich nicht verstummen. In einer Zeit, in der man sich nach Ordnung und Sauberkeit sehnt, sind solche Vorfälle ein Störfaktor, der die Gemüter erhitzt.
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