Die Baustelle an der Staustufe 15, die sich südlich von Landsberg am Lech erstreckt, zieht immer mehr Schaulustige an. Man sieht die ausgetretenen Pfade, die von neugierigen Besuchern hinterlassen wurden. Hier entsteht eine Fischaufstiegsanlage, die sich das Ziel gesetzt hat, die Höhendifferenz von 8,50 Metern an der Staustufe für die heimischen Fischarten zu überwinden. Das Ganze wird voraussichtlich bis zu den Sommerferien 2025 fertiggestellt sein.
Die Uniper Kraftwerke GmbH ist der Bauherr dieses ambitionierten Projekts, für das inzwischen rund 8 Millionen Euro investiert werden sollen – ursprünglich waren es einmal 6,5 Millionen Euro. Insgesamt plant Uniper, knapp 100 Millionen Euro in mehrere Fischaufstiegshilfen entlang des Lechs zu investieren. Das ist kein kleiner Betrag, aber es ist notwendig, um den Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gerecht zu werden.
Die Fischtreppe im Detail
Die Anlage wird aus etwa 70 Becken und einem naturnahen Bachbett bestehen. Besonders spannend ist, dass sie speziell auf den Huchen, einen beeindruckenden Fisch mit Körperlängen von über einem Meter, ausgelegt ist. Die Ingenieure haben ein Einstiegsbauwerk mit den Maßen 18 mal 25 Meter konzipiert, das einen Durchfluss von 800 Litern pro Sekunde bieten soll. Das hat seinen Grund: Die Strömung soll die Fische anlocken, denn ähnliche Zuläufe fehlen entlang des aufgestauten Lechs.
Die Fischtreppe wird nicht nur aus Beton bestehen. Ein Mittelbauwerk mit einer Troggerinne wird weitere 1,60 Meter Höhendifferenz überbrücken. Und das ist noch nicht alles – ein naturnah gestalteter Ausgleichsteich von etwa 200 Quadratmetern wird ebenfalls zur Anlage gehören. Hier können sich die Fische erholen, bevor sie sich an den Aufstieg machen.
Herausforderungen und Ausblick
Allerdings gab es auch einige Herausforderungen. Eine Hauptkabeltrasse aus dem Jahr 1943 musste erneuert werden, was zu Verzögerungen geführt hat. Nun ist die Fertigstellung der gesamten Anlage bis Ende Juli 2025 geplant, was etwas später ist als ursprünglich angedacht. Nach der Fertigstellung wird der Bereich südwestlich des Kraftwerks wieder nutzbar sein. Er wird als Übungsplatz für das Technische Hilfswerk und die Wasserwacht dienen, wobei eine Nutzung als Badeplatz aufgrund der Nähe zum Kraftwerk nicht vorgesehen ist.
Und das ist noch nicht alles! Uniper hat bereits weitere Fischaufstiegsanlagen in Planung: In Pitzling soll die Fertigstellung Mitte 2027 erfolgen, während Lechmühlen und Lechblick für Anfang bzw. Ende 2026 vorgesehen sind. Zudem laufen Genehmigungsverfahren für zwei zusätzliche Anlagen in Dornstetten und Apfeldorf. Es tut sich also einiges am Lech – und das ganz im Sinne der Natur!