Mama Superstar: Geschichten von Migrantinnen und der Kraft der Gemeinschaft
Heute, am 12.05.2026, fand im charmanten Café Kitsch in Kronach eine Lesung statt, die nicht nur die Herzen berührte, sondern auch eine Plattform für die Lebensgeschichten von Migrantinnen bot. Unter dem Titel „Mama Superstar“ entführten uns die Autorinnen Melisa Manrique und Manik Chander in die Welt ihrer Mütter, erzählt aus der Perspektive ihrer Töchter. Ein Konzept, das sich als ebenso humorvoll wie nachdenklich entpuppte und die Herausforderungen, mit denen Migrantinnen oft konfrontiert sind, auf eine ergreifende Weise beleuchtet.
Die Veranstaltung wurde vom Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) und der Gleichstellungsstelle im Landkreis Kronach organisiert. Hier wurde nicht nur gelesen, sondern auch diskutiert. Die Themen Identität, Sprache, Diskriminierung und gesellschaftliche Stereotype standen im Mittelpunkt. Es wurde deutlich, dass die Autorinnen, die sich während eines Auslandssemesters in Mumbai trafen, durch ihre eigenen Kindheitserfahrungen geprägt wurden. Oft hatten sie Scham über ihre Mütter, die häufig mit gesellschaftlichen Vorurteilen zu kämpfen hatten. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür lieferte eine Mutter aus Kolumbien, die zusammen mit ihren Töchtern ihre Geschichten teilte. „Meine Mama ist ein Superstar, weil sie stark ist“, sagte die Tochter und ließ damit die Anwesenden aufhorchen.
Die Kraft der Sprache und der Gemeinschaft
Während der Lesung wurde das Thema Sprache als ein zentrales Element herausgestellt – eng verbunden mit den Gefühlen und der Identität der Migrantinnen. Dieses Gefühl der Zugehörigkeit ist oft das Ergebnis eines langen und steinigen Weges. Rassismus und Diskriminierung sind nicht nur Schlagworte, sie betreffen alle gesellschaftlichen Schichten und sind Erfahrungen, die in nahezu jeder Migrationsfamilie vorkommen. Das Stigma, dass migrantische Mütter von außen als „peinlich“ wahrgenommen werden, ist tief verwurzelt und wird immer wieder aufs Neue thematisiert.
In einem weiteren Rahmen der Veranstaltung sorgte die Projektgruppe Women Only für kulinarische Köstlichkeiten, die das Miteinander der Kulturen feierten. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Nina Eckl und Anna Arsenidze von der Berufsfachschule für Musik Oberfranken, die den emotionalen Austausch mit ihren Klängen untermalten. Es war eine gelungene Fusion aus Wort, Musik und Kulinarik, die die Anwesenden in ihren Bann zog.
Selbstermächtigung durch Migrationsselbstorganisationen
Darüber hinaus zeigt sich, dass migrantische Frauen nicht nur als Betroffene wahrgenommen werden sollten. Sie engagieren sich aktiv in Migrationsselbstorganisationen (MSO), wo sie Selbstermächtigungsstrategien entwickeln. Diese Organisationen bieten einen Raum, um sich auszutauschen, eigene Interessen zu formulieren und sich gegenseitig zu unterstützen. Die Erfahrungen von Alltagsrassismus und Diskriminierung werden in diesem geschützten Raum thematisiert, was die Frauen stärkt und ihnen hilft, patriarchale Normen zu überwinden.
Die Lesung in Kronach war nicht nur ein kulturelles Event, sondern auch ein Zeichen für die Wichtigkeit von Sichtbarkeit und Wertschätzung migrantischer Mütter. Ein Abend, der zum Nachdenken anregte und gleichzeitig die Kraft der Gemeinschaft und der Sprache feierte. Es ist ein Prozess des Lernens, des Verstehens und der Akzeptanz, der erst im Erwachsenenalter oft wirklich wahrgenommen wird. Und so bleibt zu hoffen, dass solche Veranstaltungen weiterhin stattfinden, um die Stimmen jener zu stärken, die oft im Schatten der Gesellschaft stehen.


