In der Stadt Kronach tut sich was: Im Stadtrat wurde ein Antrag zur Benennung einer Straße nach dem bedeutenden Politiker Baptist Hempfling eingebracht. Heinz Hausmann, ein langjähriger Weggefährte von Hempfling, hat diesen Antrag in seiner letzten Sitzung im Stadtrat vorgestellt. Nach 54 Jahren treuen Diensten scheidet Hausmann aus dem Stadtrat aus, was für viele ein emotionaler Moment war. Die Sitzung fand am Montag um 9 Uhr statt, und um die Bürgerfragestunde aufzulockern, spielte ein Mann Gitarre – eine harmonische Einstimmung auf die wichtigen Themen des Tages.

Baptist Hempfling, geboren und aufgewachsen in Kronach, hat eine bewegte Biografie hinter sich. Nach dem Besuch der Volksschule und der Fortbildungsschule in seiner Heimatstadt erlernte er den Beruf des Schriftsetzers. Sein Weg führte ihn während des Zweiten Weltkriegs ins Jagdgeschwader 104, wo er bis zur amerikanischen Kriegsgefangenschaft diente. Im Jahr 1946 gelang ihm die Flucht aus der Gefangenschaft in Frankreich, und er kehrte zurück nach Kronach, um wieder als Schriftsetzer zu arbeiten.

Politische Karriere und Verdienste

Seine politische Laufbahn begann er 1946 mit dem Eintritt in die CSU. Ein Jahr später wurde er zum Ortsvorsitzenden der CSU in Kronach gewählt und übernahm fortan verschiedene Mandate, darunter ein Platz im Kreistag und der Stadtrat von Kronach. Im April 1952 wurde er zum 2. Bürgermeister gewählt und gelangte schließlich von 1970 bis 1984 ins Amt des Ersten Bürgermeisters. In dieser Zeit fiel die bedeutende Gebietsreform, bei der zwölf Gemeinden nach Kronach eingemeindet wurden. Auch der Bau von zahlreichen Infrastrukturprojekten wie dem Rathaus, dem Hallen- und Freibad sowie der Europabrücke geht auf seine Initiative zurück.

Hempfling blieb der Stadt Kronach stets eng verbunden und hinterließ einen bleibenden Eindruck in der Region. So wurde 1983 die Fränkische Galerie auf der Festung Rosenberg eröffnet, ein weiteres kulturelles Highlight seiner Amtszeit. Bis zu seinem Tod war er der letzte lebende Abgeordnete der 3. Wahlperiode des bayerischen Landtags, was seine lange und prägende Karriere unterstreicht.

Ein bleibendes Erbe

Die Initiative zur Straßennamen-Änderung ist nicht nur eine Hommage an Hempflings Lebenswerk, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Verdienste, die er sich um Kronach und die Region erworben hat. Es bleibt abzuwarten, ob der Antrag im Stadtrat angenommen wird, doch die Unterstützung der Bevölkerung ist ihm gewiss. Ein Straßenname kann viel über die Geschichte einer Stadt erzählen und die Erinnerung an Menschen wachhalten, die sie geprägt haben.

In einer Zeit, in der die lokale Identität oft verloren geht, ist es umso wichtiger, solche Persönlichkeiten zu würdigen. Baptist Hempfling hat durch seine vielfältigen Tätigkeiten und sein Engagement einen bleibenden Eindruck in Kronach hinterlassen. Mit der Namensgebung einer Straße könnte diese Erinnerung nun für kommende Generationen lebendig gehalten werden.