Am 20. April 2026 fand eine bewegende Gedenkfeier im ehemaligen KZ-Außenlager Laura statt, das nahe der bayerisch-thüringischen Grenze liegt. Anlässlich des 81. Jahrestages der Befreiung durch amerikanische Soldaten im April 1945 versammelten sich Menschen aus verschiedenen Altersgruppen, um der mehr als 550 Häftlinge zu gedenken, die in diesem grausamen Lager ums Leben kamen.
Insgesamt waren während des Zweiten Weltkriegs rund 2.600 Häftlinge aus mehr als zehn Nationen inhaftiert, darunter viele aus der Sowjetunion, Polen, Frankreich, Italien, Belgien und den Niederlanden. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren menschenunwürdig: Häftlinge wurden gefoltert, ermordet und zur Arbeit an den V-2-Raketen gezwungen. An der Gedenkfeier waren auch Mitglieder der Kronacher Delegation anwesend, darunter Ludwig Hertel, Jutta Dingschuh-Harting, Jürgen Hanke, Karl-Heinrich Hetz, Gisela Zaich, Claus und Heidi Beyerle sowie die Landräte Klaus Löffler (Kronach) und Marko Wolfram (Saalfeld-Rudolstadt).
Ein düsteres Kapitel der Geschichte
Die dunkle Vergangenheit des KZ-Außenlagers Laura ist untrennbar mit der Geschichte der Rüstungsindustrie im Zweiten Weltkrieg verbunden. Im Rahmen einer Untertage-Verlagerung wurden Produktionsstätten zum Schutz vor Bombenangriffen eingerichtet. Eine dieser Anlagen war das „Vorwerk Mitte Lehesten“, wo unter anderem Triebwerke der V2/A4-Rakete getestet und flüssiger Sauerstoff produziert wurde. Diese Anlage war der größte Treibmittel-Lieferant der A4 und besaß eine monatliche Kapazität von circa 300 Tonnen.
Im Lager selbst war das Hauptgebäude eine große Scheune aus dem Jahr 1929, die bis zu 800 Menschen beherbergen konnte. Neben der Scheune gab es eine kleine Häftlingsküche sowie ehemalige Stallungen, die als Arrestbunker dienten. Die Haftbedingungen waren extrem schlecht. Von Oktober 1943 bis Ende Juni 1944 wurden etwa 170 italienische Soldaten im „Strafblock“ interniert. Der Lagerkommandant war SS-Obersturmbannführer Wolfgang Plaul, während der Lagerführer SS-Oberscharführer Karl Schmidt hieß. Technisch verantwortlich war Günter Fuchs.
Erinnern und bewahren
Die Gedenkfeier und die damit verbundene Mahnung sind wichtiger denn je. Am 13. April 1945 transportierte die SS die verbliebenen Häftlinge ins KZ Dachau, während die zurückgebliebenen Insassen von den Alliierten befreit wurden. Um der Opfer zu gedenken, wurde 1956 ein Gedenkstein auf dem ehemaligen KZ-Gelände aufgestellt, und seit 1979 wird ein Teil der Scheune als Gedenkstätte genutzt.
Ein Förderverein, der KZ-Gedenkstätte Laura e. V., trägt aktiv zur Bewahrung dieses historischen Ortes bei. Seit 2011 wird das Areal mit Fördermitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur saniert, um die Erinnerung an die grausamen Taten wachzuhalten und zukünftige Generationen zu sensibilisieren.
Insgesamt zeigt die Gedenkfeier, dass erinnern heißt nicht zu vergessen, und es unsere Pflicht ist, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, um solche Gräueltaten nie wieder erleben zu müssen.