Heute ist der 2.05.2026 und im malerischen Kronach steht ein ganz besonderer Vortrag auf dem Programm. Am 7. Mai 2026 um 19:30 Uhr lädt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) in das Gasthaus „Zum steinernen Löwen“ in Mitwitz ein. Im Zentrum des Abends stehen die seltenen Schmetterlinge, insbesondere der faszinierende Fetthennen-Bläuling, auch bekannt als Orion. Michael Degen von der Kreisgruppe Kronach des LBV wird dabei erläutern, warum dieser Schmetterling als einer der schönsten Tagfalter gilt.

Der Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion) ist nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein echtes Unikat in der bayerischen Fauna. In Deutschland ist die Art stark gefährdet und wird auf der Roten Liste Bayerns als vom Aussterben bedroht eingestuft. Nahezu ein Wunder, dass es den Orion in Bayern nur noch an vier Standorten gibt: zwei an der Donau, einer an der fränkischen Saale und einer im Landkreis Kronach. Hier zeigt sich die Notwendigkeit, sich für den Erhalt dieser wunderschönen Schmetterlingsart einzusetzen.

Ein Schmetterling mit Mythos

Der Name „Orion“ leitet sich von einem Jäger der griechischen Mythologie ab und spiegelt die majestätische Erscheinung dieses Schmetterlings wider. Seine Flügeloberseite erstrahlt in einem tiefen Schwarz und Dunkelbraun, durchzogen von einer bezaubernden blauen Bestäubung. Die Unterseite hingegen zeigt sich in Weiß mit großen schwarzen Flecken und einem orangenfarbenen Band auf dem Hinterflügel. Dieser Kontrast macht den Fetthennen-Bläuling zu einem echten Blickfang in der Natur.

Die Fliegerei des Orion ist von Juni bis August zu beobachten. Je nach Region kann er ein, zwei oder sogar drei Generationen pro Jahr hervorbringen. Besonders an steilen, sonnigen Felshängen entlang von Flüssen fühlt sich dieser Schmetterling wohl, wo er an Pflanzen der Gattung Hylotelephium, insbesondere an der Großen Fetthenne (Hylotelephium telephium), seine Eier ablegt. Auch Pflanzen der Gattung Sedum werden gerne als Eiablageort genutzt.

Die Geheimnisse der Raupen

Die Raupen des Fetthennen-Bläulings sind wahre Meister der Tarnung. Sie leben versteckt und sind daher kaum auffindbar. Ab der zweiten Häutung entwickeln sie zwei Tentakel und eine Honigdrüse auf dem Rücken, die in einer faszinierenden Symbiose mit verschiedenen Ameisen leben. Diese Ameisen schützen die Raupen vor Fressfeinden und ernähren sich von dem süßen Sekret der Honigdrüse.

Die Verpuppung erfolgt in schützenden Gesteinsritzen oder unter Steinen und Felsen, wo die schlüpfenden Falter sicher überwintern. Diese natürliche Lebensweise macht den Fetthennen-Bläuling nicht nur zu einem beeindruckenden, sondern auch zu einem schützenswerten Teil unserer heimischen Natur.

Ein Aufruf zum Handeln

Die Gefährdung des Fetthennen-Bläulings ist ein Alarmzeichen für den Zustand unserer Umwelt. Mit nur wenigen verbliebenen Populationen in Bayern ist es an der Zeit, aktiv zu werden und sich für den Schutz dieser einzigartigen Art einzusetzen. Der Vortrag in Mitwitz bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich über die Herausforderungen und den Schutz des Fetthennen-Bläulings zu informieren und zu engagieren.

Für weitere Informationen und zur Anmeldung zum Vortrag, besuchen Sie die Website des LBV. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass der Orion nicht nur ein schillernder Stern am Schmetterlingshimmel bleibt, sondern auch in der bayerischen Natur verankert ist.