Heute ist der 27.02.2026 und in Kempten (Allgäu) stehen die Stadtpolitiker vor einer neuen Herausforderung in der Kulturpolitik. Seit Jahren erleben sie einen Spardruck, der die kulturellen Angebote in der Stadt stark beeinflusst. Dies hat bereits zu zahlreichen Diskussionen geführt, von denen einige besonders kontrovers waren. Ein Beispiel dafür sind die Sparvorgaben für das Theater in Kempten, die massive Proteste ausgelöst haben. Auch die Organisatoren des Kemptener Jazzfrühlings äußerten ihre Empörung in einem offenen Brief über die reduzierten Mittel für ihr Festival im Frühjahr 2025. Die finanzielle Lage der Stadt bleibt angespannt, insbesondere aufgrund geplanter Baumaßnahmen in Schulen und Kindergärten. Der nächste Oberbürgermeister oder die nächste Oberbürgermeisterin wird genau abwägen müssen, wo Gelder für Kunst und Kultur ausgegeben werden. [Quelle]

Ein besonders heikles Thema stellt die geplante massive Kürzung der Mittel für das Theater dar. Laut Vorschlägen der Kämmerei belaufen sich die Einsparungen auf 400.000 bis 500.000 Euro, was einen Einschnitt von fast einem Drittel des Budgets im künstlerischen Bereich bedeuten könnte. Dies hätte möglicherweise erhebliche Auswirkungen auf den Spielbetrieb des Theaters in seiner jetzigen Form. Das Theater in Kempten (TiK), das auf Eigenproduktionen und Schulaufführungen setzt und ein eigenes Ensemble hat, steht somit vor einer ungewissen Zukunft. Schauspieler Hans Piesbergen hat bereits geäußert, dass die Sparmaßnahmen den Spielbetrieb unmöglich machen würden. In Reaktion darauf hat das Ensemble des Theaters eine Online-Petition gestartet, die bereits fast 7.000 Unterstützer gefunden hat. Theaterdirektorin Silvia Armbruster spricht von einem „kulturellen Kahlschlag“ und verweist auf die Erfolge der letzten Saison. [Quelle]

Spenden und Sparmaßnahmen

Gerade in diesen kritischen Zeiten hat Oberbürgermeister Thomas Kiechle (CSU) angekündigt, 150.000 Euro aus dem Haushaltsüberschuss für das Theater bereitzustellen. Er betont jedoch die Notwendigkeit, in allen Bereichen, einschließlich der Kultur, zu sparen. Theaterdirektorin Armbruster hat darauf hingewiesen, dass diese 150.000 Euro helfen werden, das Theater ein Jahr länger am Leben zu halten, aber dennoch zu Reduzierungen und strukturellen Veränderungen führen werden. Die Online-Petition wird fortgeführt, während der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats die Sparpläne in der nächsten Sitzung besprechen wird.

Insgesamt zeigt die Situation in Kempten, wie wichtig eine fundierte Kulturpolitik ist. Die Herausforderungen sind groß, und die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, könnten weitreichende Folgen für das kulturelle Leben in der Stadt haben. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Akteure die Balance zwischen notwendigen Einsparungen und der Förderung von Kunst und Kultur finden werden.