Die Vorfreude auf das traditionelle Funkenfeuer im Allgäu wächst und erreicht in diesem Jahr am 22. Februar (Funkensonntag) ihren Höhepunkt. In vielen Orten werden die meterhohen Holzhaufen bereits am Vorabend, dem 21. Februar, entzündet. Das Funkenfeuer ist ein jahrhundertealter Brauch, der symbolisch den Abschied vom Winter und den Beginn des Frühlings markiert. Die Tradition, die tief im schwäbisch-alemannischen Raum verwurzelt ist, lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen und hat sowohl vorchristliche als auch christliche Wurzeln. Die Funkenhexe, eine aus Stroh gefertigte Puppe, wird in den Flammen verbrannt, um den Winter und böse Geister zu vertreiben. Viele Menschen versammeln sich bei Einbruch der Dunkelheit um die Holztürme, um den spektakulären Anblick und das gesellige Beisammensein zu genießen.

Am Samstag, den 21. Februar 2026, wird in zahlreichen Orten im Allgäu die Tradition des Funkenfeuers lebendig. Hier eine Übersicht der Termine und Orte für den Samstag:

  • Bad Grönenbach: 19 Uhr, Am Feuerwehrhaus
  • Benningen: 18 Uhr, Sportplatz FC Benningen
  • Betzigau: 19.30 Uhr
  • Eglofs (Argenbühl): 19 Uhr, Ortsteil Reute-Eglofs
  • Friesenhofen: 19 Uhr
  • Heggelbach – Tautenhofen: 18 Uhr, Anhöhe Tautenhofen – Weipoldshofen
  • Hergensweiler: 18 Uhr, hinter Alemannenweg Richtung Unterösch
  • Hochgreut (Betzigau): 19 Uhr
  • Hopfen am See: 19 Uhr, Fußballplatz (Nähe Minigolfplatz)
  • Immenstadt-Akams: 19 Uhr, Luitharz 14
  • Immenstadt-Ratholz: 19 Uhr, Funkenplatz Reuter
  • Immenstadt-Knottenried: 19.30 Uhr, direkt im Ort
  • Jungholz: 19.45 Uhr, Feuerwehrhaus
  • Kempten-Heiligkreuz: Fackelzug ab 18.30 Uhr, an der Turnhalle (ABGESAGT)
  • Kempten-Lenzfried / Leopold: 19.15 Uhr, Beginn Fackelzug
  • Kempten-St. Mang: 18.30 Uhr, Funkenplatz Bachtelweiher
  • Langenried (Oberreute): 19 Uhr, Frühlingstraße
  • Leutkirch-Herlazhofen: 19 Uhr, Sportplatz
  • Leutkirch-Urlau: 19 Uhr, Mühlenweiher
  • Leutkirch-Winterstetten: 19 Uhr, Sportplatz
  • Maierhöfen: 18.30 Uhr, zwischen Reute und Happach
  • Niederstaufen: 19 Uhr, Straßenkreuzung Immen, Haggenberg
  • Obermaiselstein: 18 Uhr, Maderhalmer Straße
  • Opfenbach-Ruhlands: 18.30 Uhr, Funkenplatz im unteren Ruhlands
  • Ottmanshofen: 19 Uhr
  • Reichenhofen: 19.30 Uhr, an der B465 (ggü. dem Dorf)
  • Sulzberg-Ottacker: 19 Uhr
  • Sulzberg-Ried: 19 Uhr
  • Wertach: ca. 19 Uhr, „Stocka Tanne“ am Grünen Pfad
  • Wengen: 18 Uhr, Wanderweg zur Wenger-Egg
  • Wildpoldsried: 19 Uhr, Funkenplatz
  • Willerazhofen / Ellrazhofen: 19.30 Uhr
  • Zell (Bad Grönenbach): 19 Uhr, Sportplatz

Bitte beachten Sie, dass die meisten Funken mit Einbruch der Dunkelheit entzündet werden und Termine bei extremem Wetter kurzfristig verschoben werden können. In diesem Jahr wurden die Funken in Börwang und Schrattenbach abgesagt, während in Waltenhofen-Rauns eine Verschiebung stattfand. Weitere Orte wie Bad Faulenbach, Bihlerdorf und Blaichach erwarten die Feierlichkeiten am Sonntag, den 22. Februar 2026, ebenso.

Die Symbolik und Gesellschaftliche Bedeutung

Das Funkenfeuer steht nicht nur für Licht und Wärme, sondern symbolisiert auch neues Leben. Die Verbrennung der Funkenhexe dient als Reinigung und soll die Fruchtbarkeit des kommenden Jahres fördern. Regionale Spezialitäten wie Funkenküchle oder Funkenringe werden bei diesen Festen oft angeboten. In den letzten Jahren ist die Diskussion über die Tradition gewachsen, da einige das Verbrennen der Strohpuppe als makaber empfinden, während andere diese Praktik als einen unverzichtbaren Bestandteil des Brauchtums betrachten.

Insgesamt sind die Funkenfeuer ein wichtiger Teil der kulturellen Identität im Allgäu, die Menschen zusammenbringt und den Gemeinschaftsgeist fördert. Während der Brauch vor allem in den ländlichen Regionen gefeiert wird, ist er auch in städtischen Gebieten zunehmend verbreitet. Historisch gesehen, haben die Funkenfeuer eine schützende und reinigende Funktion gehabt und waren ein Mittel, um böse Geister zu vertreiben. Heute wird die Tradition oft mit einem geselligen Dorffest verbunden, das die Dorfgemeinschaft stärkt.

Die Funkenfeuer sind jedoch nicht nur eine lokale Tradition im Allgäu. Sie sind auch in Oberschwaben und im österreichischen Vorarlberg verbreitet und werden als Teil der schwäbisch-alemannischen Fasnet gefeiert. Die Ursprünge des Brauchs sind zwar unklar, aber die tiefen kulturellen Wurzeln sind unumstritten. In vielen Regionen verzichten einige Funkenzünfte mittlerweile auf das Anbringen der Funkenhexe, um die Assoziationen mit den Hexenverbrennungen des 16. und 17. Jahrhunderts zu vermeiden. Dennoch bleibt der Kern des Brauchs, den Winter zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen, durch die jahrhundertelange Tradition hindurch erhalten. Weitere Informationen zu diesem interessanten Brauchtum finden Sie in der Allgäuer Zeitung, der Antenne Bayern sowie in einem Artikel von InSüdthüringen.