Heute ist der 7.07.2026 und die Nachrichten aus Kempten sind mehr als besorgniserregend. Die Feneberg Lebensmittel GmbH, ein echtes Schwergewicht im Allgäu, steht am Scheideweg. Gegründet 1947 von Theodor Feneberg, hat das Unternehmen eine lange und bewegte Geschichte. Angefangen hat alles 1933 mit einem kleinen Lebensmittelgeschäft in Kempten; von da an ging es steil bergauf. Bis heute hat Feneberg rund 80 Filialen im Allgäu und darüber hinaus aufgebaut und kann sich über einen Jahresumsatz von etwa 550 Millionen Euro freuen. Doch die glänzenden Zahlen sind nur eine Seite der Medaille.

Der Konzern hat in den letzten Jahren einige Rückschläge hinnehmen müssen. Die Übernahme mehrerer Bäckereien und Metzgereien unter dem Namen Allgäu Fresh Foods (AFF) war ein wichtiger Schritt, um die Produktpalette zu erweitern, doch die finanziellen Probleme nahmen 2019 Fahrt auf. Hohe Rückstellungen für Betriebsrenten von etwa 70 Millionen Euro setzten Feneberg finanziell zu. Um die Sanierung zu unterstützen, verzichteten Mitarbeiter sogar vorübergehend auf Gehaltsanteile. In dieser Zeit kam es auch zu einer Kooperation mit Edeka, um den Lebensmitteleinkauf zu optimieren und eine Discount-Schiene einzuführen.

Die Krise und ihre Folgen

Das Geschäftsjahr 2022/23 brachte für Feneberg ein Minus von vier Millionen Euro, hauptsächlich durch Verluste bei der Metzgerei AFF. Ein weiteres großes Problem – und das wird oft übersehen – war der Rückzug aus dem Online-Lebensmittelhandel über Amazon Prime Now in München im Jahr 2019. Trotz eines Plus im Kerngeschäft blieb die finanzielle Lage kritisch, und im Januar 2026 beantragte die Feneberg Lebensmittel GmbH ein Schutzschirmverfahren, um Arbeitsplätze und Filialen zu erhalten. Die Schulden belaufen sich auf etwa 200 Millionen Euro, und die Hauptgläubiger sind die Pensionssicherungskasse, Edeka und die Sparkasse. Es ist ein wahrer Kraftakt, den das Unternehmen nun leistet.

Im April 2026 läuft das Insolvenzverfahren in Eigenregie. Die Suche nach einem Investor hat begonnen. Ein Blick auf die Zahlen im Geschäftsbericht 2024/25 zeigt, dass trotz eines Netto-Umsatzes von 478 Millionen Euro ein Verlust von rund zehn Millionen Euro zu verzeichnen ist. Die 72 verbleibenden Geschäfte von Feneberg sind von der Insolvenz zwar nicht betroffen, dennoch bleibt die Frage, wie lange das Unternehmen ohne frisches Kapital durchhält.

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Die Gläubigerversammlung und die Zukunft

Ein wichtiges Ereignis steht Mitte Juni 2026 an: eine Gläubigerversammlung, bei der über die Vermögensverhältnisse und mögliche Investoren entschieden wird. Die Lage ist angespannt, und die Mitarbeiter sowie die Kunden hoffen auf eine positive Wendung. Das Einkaufszentrum Fenepark und andere Einrichtungen sind nicht von dem Verfahren betroffen, was zumindest ein kleiner Lichtblick in dieser dunklen Zeit ist.

Das Allgäu ist stolz auf seine Tradition und seine regionalen Produkte. Mit der Marke „Von Hier“, die vor über 25 Jahren ins Leben gerufen wurde und regionale Bio-Lebensmittel von mehr als 600 Landwirten vertreibt, hat Feneberg eine Verbindung zur Region geschaffen, die viele Verbraucher schätzen. Es wäre schade, wenn die lange Geschichte und die vielen positiven Aspekte des Unternehmens durch die aktuelle Krise überschattet werden.

Was wird die Zukunft bringen? Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Die Hoffnung bleibt, dass Feneberg aus dieser schwierigen Phase gestärkt hervorgeht und die Verbindung zu seinen Wurzeln nicht verliert. Die Menschen hier im Allgäu haben ein großes Interesse an der Zukunft des Unternehmens, das über Jahrzehnte hinweg ein Teil ihres Lebens war.

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