Der Halloween-Abend im Landkreis Kelheim war alles andere als besinnlich. Statt gruseliger Kostüme und Süßigkeiten für die Kleinen, sorgten Eierwürfe, Böller und Vandalismus für Aufsehen. In Abensberg, Neustadt an der Donau, Kelheim und Bad Abbach musste die Polizei zu mehreren Einsätzen ausrücken – ein echter Albtraum für die Anwohner!

Gegen 20.15 Uhr wurde in Abensberg ein Wohnhaus mit Eiern beworfen. Ein 15-Jähriger stellte sich als Verantwortlicher heraus. Glücklicherweise meldeten die Eigentümer keinen Schaden, und der Jugendliche wird das Anwesen mit Zustimmung seiner Eltern reinigen. Doch nur wenige Minuten später warfen Jugendliche in Neustadt an der Donau rohe Eier gegen ein Anwesen und ein Auto. Der Schaden summierte sich auf einen mittleren zweistelligen Eurobereich. Die Fahndung nach den Übeltätern blieb jedoch erfolglos. Um 20 Uhr warfen Unbekannte in Kelheim Eier gegen eine Hauswand. Die Polizei schätzt den Schaden hier auf einen mittleren dreistelligen Betrag, und auch diese Täter konnten entkommen.

Böller und gefährliche Pyrotechnik

Die Vandalismus-Aktivitäten nahmen kein Ende. In Bad Abbach meldeten besorgte Zeugen gegen 19.30 Uhr, dass Jugendliche in der Raiffeisenstraße Böller zündeten. Die Polizei fand zwei der Jugendlichen, einen 17- und einen 15-Jährigen. Einer von ihnen hatte sogar noch einen Böller dabei! Auf sie wartet nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. Ein paar Stunden später, gegen 21.45 Uhr, wurden erneut Jugendliche beim Böllern in der Römerstraße gesichtet. Die meisten flüchteten auf E-Scootern. Zwei von ihnen, im Alter von 14 und 15 Jahren, wurden jedoch gestoppt. Interessanterweise waren beide E-Scooter technisch verändert und fuhren schneller als erlaubt. Zudem hatte der 14-Jährige zahlreiche, teilweise nicht gekennzeichnete pyrotechnische Gegenstände bei sich. Die Polizei stellte sie sicher und leitete Ermittlungen gegen die beiden ein.

In einem anderen Vorfall beschädigten ein 14-Jähriger und ein zwölfjähriger Junge gegen 1.30 Uhr einen Bauzaun in der Finkenstraße. Der Schaden lag im niedrigen dreistelligen Eurobereich, und ein Strafverfahren wurde eingeleitet. Ein weiterer ärgerlicher Vorfall ereignete sich, als Unbekannte zahlreiche Kürbisse aus einem Selbstzahlerstand an der Staatsstraße 2143 entnahmen und sie auf die Fahrbahn warfen – auch hier war der Sachschaden im niedrigen dreistelligen Eurobereich.

Vergleich mit anderen Regionen

Es ist interessant zu sehen, dass die Halloween-Nacht in der Region laut Polizei insgesamt relativ ruhig verlief im Vergleich zu den Vorjahren. In Oberbayern Nord gab es 471 Einsätze – ein Anstieg im Vergleich zu 411 im Vorjahr. Ruhestörungen gingen leicht zurück, aber die Zahl der Sachbeschädigungen stieg auf acht, mit einem Gesamtschaden von etwa 2.000 Euro. Bei den Handgreiflichkeiten und Körperverletzungen registrierte die Polizei diesmal neun Fälle, was ebenfalls einen Rückgang darstellt. In Elsendorf waren fünf Jugendliche mit verbotenen albanischen Böllern unterwegs – da hat die Polizei schnell reagiert.

Ein ganz anderer Vorfall wurde in Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach gemeldet: Eine Mutter fand einen Nagel in der Halloween-Süßigkeit ihrer Tochter. Das Mädchen hatte beim „Süßes oder Saures“ ein gefülltes Schokoladen-Ei eingesammelt. Zum Glück wurde niemand verletzt, aber die Polizei ermittelt, wie der Nagel in das Produkt gelangte.

In Berlin war die Polizei ebenfalls im Einsatz. Zwei Minderjährige wurden mit gefährlicher Pyrotechnik aufgegriffen, und die Spezialkräfte des Landeskriminalamts mussten anrücken. Dort war die Lage angespannt, mit rund 850 Polizeikräften im Einsatz, um möglicherweise schwerste Verletzungen zu verhindern.

Die Polizeiinspektion Kelheim bittet Zeugen um Hinweise zu den Vorfällen unter 09441 5042-0. Halloween ist zwar vorbei, aber die Geschehnisse werden sicher noch lange für Gesprächsstoff sorgen.