Am 25. Februar 2026 beginnen die Arbeiten zum barrierefreien Umbau des Kaufbeurer Bahnhofs, ein Projekt, das über 25 Millionen Euro kosten wird. Diese umfassende Modernisierung zielt darauf ab, die Reisebedingungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, Familien, ältere und mobilitätseingeschränkte Personen deutlich zu verbessern. Die Maßnahmen umfassen die Erhöhung der Bahnsteige sowie die Ausstattung mit moderner Technik und neuen Aufzugsanlagen, die einen stufenlosen Zugang zu den Gleisen ermöglichen. Auch die Personenunterführung wird modernisiert, während Reisende während der Umbauphase eine alternative Personenüberführung nutzen können. Es ist jedoch zu beachten, dass Gleis- und Fahrplanänderungen während des Umbaus auftreten können und das Parkplatzangebot rund um den Bahnhof bis November stark reduziert wird. Dieses Projekt ist Teil der Investitionsoffensive des Bundes im Rahmen des „1.000-Bahnhöfe-Programms“, in das Kaufbeuren 2021 als einer von nur zwei bayerischen Bahnhöfen aufgenommen wurde. Der Neubau des Bahnhofsgebäudes ist für das Jahr 2027 angekündigt, was die Attraktivität des Bahnhofs weiter steigern wird (Quelle).
Die Entscheidung zum barrierefreien Umbau wurde von Bundestagsabgeordnetem Stephan Stracke (CSU) nach einem Gespräch mit Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer bekannt gegeben. „Der Kaufbeurer Bahnhof ist ein priorisiertes Projekt, das zusammen mit dem Meitinger Bahnhof an den Bund vorgeschlagen wurde“, erklärte Stracke. Der Umbau wird durch Bundesmittel sowie einem gleich hohen Anteil der Länder finanziert, wobei Bayern bereits seine Co-Finanzierung zugesagt hat. Interessanterweise trägt die Stadt Kaufbeuren keine Kosten für dieses wichtige Infrastrukturprojekt. Der Bund investiert insgesamt über fünf Milliarden Euro in mehr als 3.000 bundeseigene Bahnhöfe, wobei allein rund 140 Millionen Euro in etwa 50 mittelgroße Bahnhöfe fließen. Dies unterstreicht die Bedeutung des Kaufbeurer Bahnhofs im Kontext der bundesweiten Bahnmodernisierung (Quelle).
Investitionsschwerpunkte und langfristige Perspektiven
Das Programm „1.000-Bahnhöfe“ ist Teil eines umfassenderen Ansatzes, der die Attraktivität und Barrierefreiheit von Personenbahnhöfen steigern soll. Im Rahmen des BahnhofskonzeptPlus wird ein Finanzierungsvolumen von etwa 5 Milliarden Euro bis 2030 bereitgestellt, um mehr als 3.000 Verkehrsstationen und Empfangsgebäude der Eisenbahnen des Bundes zu modernisieren. Ein zentrales Ziel ist die Förderung der hindernisfreien Mobilität, insbesondere an Bahnhöfen mit 1.000 bis 4.000 Reisenden pro Tag, wie dem Kaufbeurer Bahnhof, der bislang nicht in die Landesprogramme zur Barrierefreiheit aufgenommen war. Die Investitionen zielen nicht nur auf bauliche Verbesserungen ab, sondern auch auf die Steigerung der Aufenthaltsqualität und Sauberkeit in Bahnhöfen (Quelle).
Der örtliche Landtagsabgeordnete Bernhard Pohl (Freie Wähler) hat sich positiv über die Entscheidung zum Umbau geäußert, kritisierte jedoch die Darstellung der Rolle von Stracke und Pschierer in diesem Prozess. Pohl hatte bereits 2014 eine Petition zur Barrierefreiheit initiiert, die von über 3.500 Menschen unterstützt wurde, was zeigt, dass das Thema in der Bevölkerung stark verankert ist. Auch die Elektrifizierung der Zubringerstrecken wird als notwendig erachtet, um die Attraktivität des Bahnhofs weiter zu steigern. Diese Entwicklungen sind nicht nur für die Reisenden von Bedeutung, sondern auch für die gesamte Stadt Kaufbeuren, die von einem modernen und funktionellen Bahnhof enorm profitieren wird.