Heute ist der 21.06.2026 und wir in Ingolstadt haben wieder einmal eine spannende, wenn auch etwas aufwühlende Nachricht aus der Automobilindustrie. Aumovio, ein Autozulieferer, der 2024 aus der Continental AG hervorging, hat Pläne bekannt gegeben, die die Arbeitswelt seiner Mitarbeiter in Villingen-Schwenningen erheblich verändern werden. Ab Juli 2026 soll die Wochenarbeitszeit für rund 1.200 Mitarbeiter von 35 auf 38 Stunden erhöht werden – und das ohne Lohnausgleich. Ein Schritt, der für viele Fragen und Diskussionen sorgen wird.

In Ingolstadt sind bereits seit Anfang Juni 900 von 1.300 Angestellten in einer ähnlichen Situation. Auch sie müssen drei Stunden länger pro Woche arbeiten, ohne dafür eine Vergütung zu erhalten. Das hat sicherlich bei den Betroffenen für ein mulmiges Gefühl gesorgt. Ein Ergänzungstarifvertrag wurde mit der IG Metall abgeschlossen, der diese unbezahlte Mehrarbeit bis Ende 2029 regelt. Und während Aumovio weiterhin in die Standorte investieren möchte, bleibt die Frage: Wie viel Mehrarbeit ist zumutbar?

Rechtliche Rahmenbedingungen für Überstunden

Natürlich gibt es auch gesetzliche Regelungen, die für solche Fälle gelten. Beschäftigte können nicht einfach gezwungen werden, Überstunden zu leisten. Dazu bedarf es einer Grundlage im Arbeits- oder Tarifvertrag oder einer absoluten Ausnahmesituation. Das bedeutet, dass Überstunden, die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgehen, nicht einfach so angeordnet werden können. Der Manteltarifvertrag der IG Metall sieht vor, dass bei dringenden betrieblichen Erfordernissen bis zu 20 Überstunden pro Monat vereinbart werden können – allerdings nur mit Zustimmung des Betriebsrats.

Wichtige Punkte sind auch die Klauseln im Arbeitsvertrag. Sie sind unzulässig, wenn sie alle Überstunden mit dem Lohn abgelten, es sei denn, sie sind zeitlich begrenzt. Das Landesarbeitsgericht Hamm hat klargestellt, dass zehn Überstunden pro Monat bei einer 40-Stunden-Woche mit dem Gehalt abgegolten werden können. Das sorgt für Verwirrung und Unsicherheit – denn wo bleibt da die Fairness?

VeloCore Medium

Die Situation bei Aumovio

Aumovio hat weltweit rund 93.000 Mitarbeiter und erzielte 2024 einen Umsatz von 19,6 Milliarden Euro. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen stehen die betroffenen Mitarbeiter nun vor der Herausforderung, dass sie mehr arbeiten sollen, ohne dafür mehr Geld zu bekommen. In einem Umfeld, wo auch der weltweite Abbau von rund 4.000 Arbeitsplätzen angekündigt wurde, fühlt sich das wie ein zusätzlicher Druck an.

Die IG Metall bietet ihren Mitgliedern rechtliche Unterstützung an, falls es zu Problemen mit der Vergütung von Überstunden kommen sollte. Beschäftigte sollten unbedingt darauf achten, Stundenlisten zu führen und Dokumentationen zu sichern, um ihre Ansprüche nachweisen zu können. Denn bei Nichtzahlung von Überstunden kann die Vergütung eingeklagt werden, wobei die Beweislast beim Arbeitnehmer liegt.

Die bereits angesprochene Situation in Ingolstadt ist nur ein Teil eines größeren Bildes. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickelt und welche Maßnahmen die Unternehmensführung ergreifen wird, um die Wettbewerbsfähigkeit der Standorte zu stärken. In einem Markt, der sich ständig wandelt, ist es eine Herausforderung, den Spagat zwischen Rentabilität und Mitarbeiterzufriedenheit zu meistern.

Unsere neue VeloCore-Plattform vereint mehrere zentrale Stärken: hervorragende Ladezeiten, hohe Datenschutzstandards und eine wartbare, redaktionell skalierbare Architektur. Die Umsetzung durch Daniel Wom schafft damit eine zukunftssichere und qualitativ hochwertige Basis für unser Magazin.