In Eltmann tut sich was! Als Teil einer Veranstaltungsreihe vom Historischen Verein Landkreis Haßberge und dem Verein für Heimatgeschichte Eltmann hielt Reinhard Kulick kürzlich einen aufschlussreichen Vortrag über die Bedeutung der Straßennamen in der Stadt. Diese Namen sind nicht nur Wegweiser, sondern spiegeln auch die vielfältige Geschichte des Ortes wider. In der Kernstadt Eltmann gibt es insgesamt 56 Straßen, die alle ihre eigene Geschichte erzählen.

Einige Straßennamen sind besonders bemerkenswert. So bringt uns die Brunnenstraße in Erinnerung, dass hier einst ein öffentlicher Brunnen existierte, der heute jedoch nicht mehr vorhanden ist. Am Marktplatz hat man auch so seine Erinnerungen, immerhin wurde dort nur selten ein Markt abgehalten. Interessant ist zudem die Zinkenstraße, die nach der Familie Zink benannt wurde, die mittlerweile ausgestorben ist. Kulick geht in seinem Buch „Eltmanner Straßen“ detailliert auf diese und viele weitere Straßennamen ein und erläutert deren geschichtliche Bedeutung. Wer sich für die Geheimnisse dieser Namen interessiert, kann das Buch zum Preis von zwölf Euro beim Historischen Verein bestellen.

Überraschungen und Entdeckungen

Während seines Vortrags überraschte Kulick das Publikum mit etlichen Enthüllungen. So stellte sich heraus, dass eine unbekannte Verwandtschaft zwischen den Familien Zink und Graser besteht. Auch die grammatikalisch falsche Schreibweise des Steinertsplatzes hatte man so nicht erwartet. Zudem war die fehlerhafte Ehrung des Dr. Friedrichs ein Aufreger; dieser hatte Spenden für das Frühmessbenefizium geleistet und nicht, wie fälschlich angenommen, für den Kindergarten.

Kulick bemerkte außerdem den Mangel an Straßen, die die Biertradition Eltmanns widerspiegeln. Bemerkenswert ist, dass keine der Straßen nach einer Frau benannt wurde. Es bleibt spannend, ob sich hier vielleicht in Zukunft etwas ändern wird!

Das Stadtarchiv – ein Blick in die Vergangenheit

Ein weiteres wichtiges Thema ist das Stadtarchiv Eltmann, das von Monika Lenhart verwaltet wird. Das Archiv umfasst Schriftgut der historischen Kernstadt ohne die eingemeindeten Stadtteile und deckt die Jahre 1971 bis 1978 ab. Ältere Bestände sind in vier Hauptgruppen unterteilt: Urkunden, Amtsbücher, Akten und Rechnungen. Die Akten haben zudem Untergruppen, was die Suche nach relevanten Informationen erleichtert.

Besonders spannend sind die Signaturen, die den Zugang zu den Dokumenten ermöglichen. Obiges Beispiel zeigt: „Eltmann II 1“ verweist auf ein Ratsprotokollbuch aus den Jahren 1598 bis 1602. Diese und viele andere Dokumente können entweder direkt im Stadtarchiv oder bei den Staatsarchiven in Würzburg und Bamberg eingesehen werden. Um die Schätze des Archivs zu nutzen, brauchen Interessierte lediglich den Ortsnamen und die Signaturen – in der Vergangenheit gibt es also einiges zu entdecken!

Es bleibt zu hoffen, dass die Veranstaltung von Reinhard Kulick und das Stadtarchiv Eltmann zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte anregen und das Interesse an den faszinierenden Geschichten hinter den Straßennamen fördern.

Für weitere Informationen zu Kulicks Vortrag und dem Buch „Eltmanner Straßen“ empfehlen wir einen Blick auf den Artikel von inFranken sowie auf die Seite der Stadt Eltmann, die viele Details zu den Archivbeständen bietet: Eltmann.