Heute ist der 19.05.2026 und wir werfen einen Blick auf die faszinierende Welt der Fledermäuse in den Haßbergen. Besonders in den kommenden Monaten wird es wieder lebhaft in den Dachböden und Kellern der Region. Ab Juni beginnen die Fledermäuse, ihre Kinderstuben einzurichten. Doch was passiert, wenn kleine Fledermausfindlinge verletzt aufgefunden werden? Hier kommt der Arbeitskreis Fledermaus des Bund Naturschutz Haßberge ins Spiel.

Die ehrenamtlichen Helfer suchen dringend Unterstützung bei der Pflege und Versorgung dieser verletzten Tierchen. Viele von uns haben vielleicht schon einmal einen kleinen Fledermausfindling entdeckt und wissen, wie wichtig es ist, ihm schnell zu helfen. Thomas Heller ist der Ansprechpartner für all jene, die bereit sind, ihre Hilfe anzubieten. Er ist unter der Rufnummer 0163/1779190 oder per E-Mail an ebern@bund-naturschutz.de erreichbar. Das Engagement der ehrenamtlichen Helfer ist unverzichtbar, denn ab Juni werden oft junge oder verletzte Fledermäuse gemeldet, die in Obhut gebracht werden müssen.

Überwachung und Schutz der Fledermauspopulation

In den Wintermonaten wurde bereits an fünf Sonntagen im Landkreis kontrolliert, um die Winterquartiere der Fledermäuse auf Störungen zu überprüfen. Bei diesen Kontrollen wurden rund 400 Tiere von neun verschiedenen Fledermausarten in etwa 200 Quartieren erfasst. Das zeigt, wie wichtig die regelmäßige Überwachung ist, um Veränderungen in den Beständen zu erkennen und Lebensräume zu erhalten. An zwei Sommerquartieren wurden zudem Maßnahmen in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt, um den Tieren ein sicheres Zuhause zu bieten.

Ein besonders bemerkenswerter Ort ist die Kirche in Eltmann, die eine Wochenstube des Großen Mausohrs mit etwa 100 Weibchen beherbergt. Um die Reinigung der Quartiere zu erleichtern, wurde eine Folie auf dem Dachboden erneuert. In Oberschwappach fanden ebenfalls interessante Beobachtungen statt: Die Ausflugsöffnungen der Fledermäuse wurden in der Dämmerung gesichtet, und Renovierungsarbeiten sollen diese Öffnungen erhalten. Ein Teil des Dachbodens in Oberschwappach wurde verbrettert, um die Ausflugsöffnungen im Turm zu sichern.

Ganzjährige Fledermausquartiere

Die Maßnahmen hören jedoch nicht bei der Überwachung auf. Auch die Schaffung von geeigneten Lebensräumen ist entscheidend. Fledermaus-Winterquartiere sind isolierte Kästen, die nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer genutzt werden. Diese Kästen, die in verschiedenen Modellen angeboten werden, sind wichtig, um den Tieren ein sicheres Quartier zu bieten, egal ob sie an Bäumen, Gebäuden oder in frostgeschützten Bauten untergebracht sind. Besonders die Aufhängung an Bäumen oder die Anbringung an Gebäuden sind gängige Methoden, um Fledermäusen einen geschützten Raum zu geben.

Für Neubauten oder Sanierungen können Kästen sogar unterputz integriert werden, um den Zugang zu bestehenden Quartieren zu erleichtern. So entsteht ein Netzwerk von Wohn- und Rückzugsräumen, die den Fledermäusen einen Ort bieten, an dem sie sich wohlfühlen können. Das ist nicht nur für die Tiere wichtig, sondern auch für uns Menschen, die wir in Harmonie mit der Natur leben möchten.

Wer also ein Herz für diese faszinierenden Geschöpfe hat und sich für ihre Pflege einsetzen möchte, sollte sich unbedingt bei Thomas Heller melden. Die Fledermäuse der Haßberge zählen auf uns!