Im beschaulichen Haßberge war am vergangenen Freitag ganz schön was los! Der Fachtag „Stark, fit und gesund im schulischen Ganztag“ lockte rund 80 Fachkräfte aus den Haßbergen und den benachbarten Landkreisen Bamberg, Schweinfurt und Aschaffenburg ins Landratsamt. Die Veranstalter, die Gesundheitsregionplus und das Schulamt des Landkreises, hatten sich zusammen mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ziel des Tages? Ganz klar: Wege aufzeigen, wie Kinder und Jugendliche im schulischen Ganztag gesund lernen und sich wohlfühlen können.

Prof. Dr. Niko Kohls war der Hauptredner und stellte die Ganztagsschule als mehr als nur einen Ort zum Lernen dar – es ist ein Lebensraum. In seiner Keynote beleuchtete er wichtige Themen wie die Förderung der psychischen Gesundheit, die Entwicklung sozialer Kompetenzen und den Umgang mit Stress. Wer hätte gedacht, dass man Stress und Leistungsdruck auch mit etwas Achtsamkeit begegnen kann? Kohls verband wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen Beispielen, was den Teilnehmenden sicherlich die Augen öffnete.

Die Workshops: Vielfalt für die Zukunft

Nach der Keynote ging es in die Workshops, wo sich die Teilnehmer in drei spannende Themen vertieften. Der erste Workshop mit dem Titel „Gute Praxis – besserer Ganztag“ war ein echter Augenöffner. Hier wurden Erfahrungen aus der Gesundheitsförderung geteilt. Petra Fackelmann und ihre Kolleginnen von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten brachten frische Impulse zur Verpflegung und Bildung. Die Georg-Göpfert-Mittelschule Eltmann erzählte von eigenen Erfahrungen, die sicher bei vielen ein „Aha-Erlebnis“ auslösten.

Der zweite Workshop, „Wach und gesund – mit Achtsamkeit zu mehr Ruhe, Miteinander und Resilienz“, unter der Leitung von Katharina Mayer, vermittelte, wie wichtig Ruhebereiche und Achtsamkeitsübungen im Schulalltag sind. Wer hätte gedacht, dass ein bisschen Ruhe und Achtsamkeit so viel bewirken kann? Die Teilnehmer konnten verschiedene Übungen ausprobieren, die nicht nur entspannen, sondern auch neue Perspektiven eröffnen.

Im dritten Workshop, „Lernen mit Bewegung – Lernen durch Bewegung“, erprobten die Teilnehmenden Bewegungspausen unter der Anleitung von Bastian Rößner. Es war spannend zu sehen, wie körperliche Aktivität in den Lernprozess integriert werden kann. Der Wechsel zwischen Ruhe und Aktivität ist nicht nur für den Körper, sondern auch für den Kopf wichtig – das haben die Teilnehmer sicher mit nach Hause genommen.

Ein Austausch der Ideen

Am Ende des Tages fand ein reger Austausch über die Eindrücke statt. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv! Die zentrale Botschaft war klar: Für einen gesundheitsförderlichen Ganztag braucht es passende Strukturen, verlässliche Beziehungen und miteinander verbundene Angebote zu Bewegung, Achtsamkeit und Lernen. Ein tolles Konzept, das den Fachkräften helfen soll, bestehende Ansätze weiterzuentwickeln und in den Schulalltag zu integrieren.

In Anbetracht der Herausforderungen, mit denen viele Schülerinnen und Schüler konfrontiert sind – seien es individuelle Risikofaktoren oder psychische Belastungen – wird die Rolle von Schulen als Ort der Förderung psychischer Gesundheit immer wichtiger. In diesem Sinne ist der Fachtag nicht nur ein Schritt in die richtige Richtung, sondern auch ein Zeichen dafür, dass es möglich ist, gemeinsam etwas zu bewegen.

Gerade in Zeiten, in denen psychische Erkrankungen immer mehr im Fokus stehen, ist es entscheidend, dass Schulen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch ein positives Schulklima schaffen, in dem Kinder und Jugendliche sich entfalten können. Das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen zeigt, wie wichtig es ist, Lehrkräfte in ihrer Rolle zu unterstützen und Fortbildungen anzubieten, die sie für psychische Erkrankungen sensibilisieren.

Die Anregungen aus dem Fachtag werden hoffentlich noch lange nachhallen und dazu beitragen, dass der schulische Ganztag für alle Beteiligten ein Stück besser wird. Es bleibt spannend, wie sich diese Ideen entwickeln und in den verschiedenen Schulen umgesetzt werden.