Ab dem 1. Mai 2026 wird es für die Flexibusnutzer im Landkreis Günzburg teurer. Die neuen Ticketpreise gelten als Antwort auf die anhaltenden Herausforderungen der Mobilität im ländlichen Raum. Besonders deutschsprachige Seniorinnen und Senioren mit kleinen Renten werden von der Tarifanpassung in Mitleidenschaft gezogen, denn der ermäßigte Seniorentarif wird eingestellt. Auch die praktische 6-Fahrten-Karte verschwindet aus dem Angebot, was vielen älteren Fahrgästen die Nutzung der flexiblen Buslinie erschweren wird. Laut Augsburger Allgemeine stimmte der Kreistag mehrheitlich für diese Maßnahmen, obwohl zwölf Mitglieder gegen den Beschluss votierten.
Die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen sowie der SPD waren gegen die Tarifanpassung. Sie kritisieren, dass die Entscheidung, auf die Ermäßigung für Senioren zu verzichten, die sozialen Bedürfnisse einer verletzlichen Gruppen im Landkreis ignoriert. Lukas Neudeck, Kreissprecher der Grünen, erklärte, dass man älteren Menschen damit keinen Gefallen tue. „8 Euro für eine Hin- und Rückfahrt zum Arzt sind für Rentner einfach zu viel“, sagt Neudeck. Zudem sei der Erhalt der Seniorentarife entscheidend für die Lebensqualität und die Mobilität im ländlichen Raum, wo viele Busverbindungen fehlen.
Online-Rabatt als kleiner Trost
Trotz der negativen Änderungen gibt es jedoch einen glimmernden Lichtblick: Buchungen über das Internet können mit einem Rabatt von 10% genutzt werden. Dies könnte vor allem für technologieaffine Senioren eine Möglichkeit sein, um ein wenig Geld zu sparen. Für viele andere bleibt aber die Berechnung der neuen Preisstruktur ein Ärgernis.
Die Abschaffung des Seniorentarifs sorgt für Unmut, denn für viele ist der Flexibus einfach unerlässlich, besonders für jene, die nicht mehr selbst fahren können oder wollen. Die generelle Argumentation des Kreistags, dass sich Senioren nicht von anderen Fahrgästen unterscheiden und daher keine Ermäßigung benötigen, stößt auf viel Kritik.
Der Disput über die neue Tarifstruktur verdeutlicht, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse der älteren Generation in den politischen Entscheidungsprozess einzubeziehen. „Da liegt was an“, betont Neudeck, und fordert eine Überprüfung der Entscheidung, um den älteren Bürgern im Landkreis eine adäquate Mobilität zu ermöglichen. Ein Umdenken sei dringend nötig, damit Senioren auch in Zukunft aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.