Heute ist der 13.05.2026 und in der kleinen Stadt Günzburg, wo man normalerweise mit einem fröhlichen „Grüß Gott!“ empfangen wird, sorgt eine Nachricht für besorgte Gesichter. Rofu Kinderland, der Spielwaren-Händler aus Rheinland-Pfalz, hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Ein Schock für viele, die die bunten Läden schätzen und die dortige Auswahl an Spielzeug für ihre Kleinen lieben.

Mit über 100 Filialen in sieben Bundesländern und etwa 2000 Mitarbeitern ist Rofu kein kleines Licht. Doch die Herausforderungen, die der Online-Handel und eine allgemeine Konsumzurückhaltung mit sich bringen, haben das Unternehmen in die Knie gezwungen. Am 24. April wurde zwar ein Investor gefunden, die Kids & School Holding GmbH, und ein Kaufvertrag wurde unterzeichnet, aber das wird die Tatsache nicht mildern, dass 27 Filialen geschlossen werden müssen.

Räumungsverkauf und Arbeitsplatzverluste

Der Räumungsverkauf in den betroffenen Filialen, die seit Anfang Mai läuft, wird voraussichtlich bis Juli abgeschlossen sein. Ein bitteres Ende für die rund 330 Mitarbeiter, die ihre Jobs verlieren werden. Über drei Viertel davon sind Teilzeitkräfte und Aushilfen – ein Schicksal, das viele Familien trifft. In der Zentrale in Hoppstädten-Weiersbach gibt es allerdings auch gute Nachrichten: Über 80 der rund 360 Mitarbeiter können übernommen werden. Das Außenlager in Ramstein wird jedoch geschlossen, was weitere 60 Arbeitsplätze kostet.

Insgesamt bleiben etwa 1.120 Arbeitsplätze erhalten. Das ist immerhin ein kleiner Lichtblick inmitten der düsteren Nachrichten. Rofu plant, ab August wieder eigenständig zu arbeiten und das Insolvenzverfahren abzuschließen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und vielleicht kann das Unternehmen sich neu aufstellen – aber die betroffenen Standorte sind bereits bekannt. Zu den Geschäften, die schließen müssen, zählen unter anderem Ansbach, Donauwörth und Nördlingen hier in Bayern, sowie viele andere Städte in Deutschland.

Die Auswirkungen auf die Region

Die Schließungen treffen nicht nur die Mitarbeiter. Auch die Kunden, die regelmäßig die bunten Regale durchstöberten, müssen sich umgewöhnen. In einer Zeit, in der die Menschen zunehmend auf Online-Shopping setzen, bleibt die Frage, wie viele stationäre Händler es noch schaffen können. Rofu ist nur ein Beispiel von vielen. Die Konkurrenz ist groß, und die kleinen Läden haben es schwer, gegen die Online-Riesen zu bestehen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für Rofu entwickeln wird. Der Plan, ab August wieder eigenständig zu arbeiten, klingt ambitioniert, aber die Herausforderungen sind gewaltig. Die Region Bayern, bekannt für ihre Traditionen und die Vorliebe für lokale Geschäfte, könnte bald einen weiteren Verlust beklagen. Die Schließungen sind ein weiterer Beweis dafür, wie sehr sich die Welt des Handels verändert hat.