Heute ist der 17.06.2026 und in Günzburg, wo die Sonne fröhlich durch die Bäume blitzt, trifft sich die SPD-Kreisvorstandschaft im Gasthof „Adler“. Ein Ort, wo man nicht nur ein gutes Bier genießen kann, sondern auch leidenschaftlich über die Zukunft der Gesundheitsversorgung in unserer Region diskutiert wird. Die Themen auf der Tagesordnung sind nicht gerade leicht verdaulich: Gesundheits- und Pflegereform stehen auf dem Prüfstand, und die bevorstehenden Neuwahlen des SPD-Kreisvorstandes werfen ebenfalls ihre Schatten voraus.

Gerd Olbrich, der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, hat klare Worte gefunden. „Die geplante Gesundheitsreform könnte zu einem jährlichen Defizit von über neun Millionen Euro für unsere Kreiskliniken führen“, sagt er mit besorgtem Blick. Das ist für den Kreishaushalt einfach nicht mehr zu verkraften! Es mag zwar sein, dass die Krankenhausreform von Karl Lauterbach grundsätzlich richtig angelegt ist, doch der nötige finanzielle Spielraum lässt auf sich warten. Achim Fißl, der SPD-Kreisvorsitzende, mischt sich ebenfalls ein und bezeichnet die Vorschläge von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Pflegereform als „politisches Hütchenspiel“. Versteckte Kosten für die Kommunen könnten die Situation noch weiter verschärfen.

Die Lage der Kreiskliniken

Die Kreiskliniken Günzburg-Krumbach haben es nicht leicht. Sie rechnen mit einem zusätzlichen Defizit von rund 9,5 Millionen Euro pro Jahr. Der Landkreis als Träger müsste dieses Defizit auf die Kommunen umlegen – und das wäre ein Schlag ins Gesicht für die ohnehin schon angeschlagenen Haushalte. Selbst mit Sparmaßnahmen wird für 2025 ein Defizit von etwa 12,8 Millionen Euro prognostiziert. Das lässt einen schaudern, wenn man an die Auswirkungen denkt.

Doch die Kreiskliniken sind fest in der Region verwurzelt und wollen beide Standorte sichern. Robert Wieland, Vorstand der Kreiskliniken seit November 2022, hat eine Strategie entwickelt, um den Druck durch steigende Kosten und den Fachkräftemangel zu bewältigen. Er analysiert intensiv die Rahmenbedingungen und äußert Bedenken zur Schließung oder Verlagerung von Grundversorgungsstandorten. „Wir müssen unsere Struktur so anpassen, dass die Basis- und Notfallversorgung an beiden Standorten gesichert bleibt“, betont er. Das ist ein echter Balanceakt, denn auch die Qualität der medizinischen Versorgung muss gewährleistet werden.

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Die Zukunft im Blick

Am Standort Günzburg beispielsweise soll die Gastroenterologie, Viszeralchirurgie, Onkologie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Gefäßchirurgie und invasive Kardiologie gebündelt werden. In Krumbach wird der Schwerpunkt auf Orthopädie, Unfallchirurgie und Schmerzmedizin gelegt. Selbst die Gynäkologie und Geburtshilfe sollen trotz aller Herausforderungen erhalten bleiben. Eine echte Herausforderung, wenn man bedenkt, dass viele Kliniken aus Kostengründen ihre Abteilungen zusammenlegen oder sogar schließen müssen.

Die Kreiskliniken verfolgen auch den Ausbau der ambulanten Medizin und streben eine enge Kooperation mit niedergelassenen Ärzten sowie Universitätskliniken in Augsburg und Ulm an. Hier wird klar, dass man sich nicht einfach zurücklehnen kann. Es ist eine gemeinsame Anstrengung von Ärzten, Rettungsdienst, Politik und Mitarbeitenden gefragt, um die neue Struktur sinnvoll zu gestalten. Und nicht zu vergessen – Landrat Dr. Hans Reichhart unterstützt den Zukunftsplan für zwei starke Klinikstandorte in kommunaler Trägerschaft.

Ein einstimmiger Beschluss der Kreis-SPD fordert alle demokratischen Parteien im Landkreis auf, sich für Änderungen bei Gesundheit und Pflege einzusetzen. Bald soll eine öffentliche Konferenz vor der Sommerpause stattfinden, um über eine solidarisch finanzierte und bezahlbare Gesundheits- und Pflegepolitik zu diskutieren. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Stimmen der Menschen in der Region tatsächlich Gehör finden.

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