Im Landkreis Günzburg wird die Zukunft des Hochwasser- und Katastrophenschutzes neu gedacht. Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Jahr 2024, die den Landkreis stark betroffen hat, wurde ein innovatives KI-Projekt erfolgreich abgeschlossen. Die Initiatorin, Jenny Schack von der CSU, hat das Projekt angestoßen und über die gesamte Laufzeit hinweg begleitet. Ihr Ziel war es, praxistaugliche Konzepte für den Katastrophenfall zu entwickeln und die Einsatzplanung zu verbessern.
Das Projekt erhielt Unterstützung durch das bayerische Wirtschaftsministerium im Rahmen des Bavarian-Israel Partnership Accelerator (BIPA) und wurde in einer dreimonatigen Phase von 30 Studierenden und Wissenschaftlern aus Deutschland, den USA und Israel umgesetzt. Das Ergebnis: drei KI-gestützte Anwendungen, die den Katastrophenschutz revolutionieren könnten.
Innovative Lösungen für den Katastrophenschutz
Unter den entwickelten Anwendungen befindet sich eine Software zur Bedarfsermittlung für Sandsäcke, die den Material- und Personalbedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen auf Basis von Geländedaten und hydrologischen Vorhersagen berechnet. Zudem wurde ein System zur Hochwasservorsorge entwickelt, welches mithilfe von Drohnen- und Geländedaten geeignete Flächen für die Wasserrückhaltung identifiziert. Besonders hervorzuheben ist das System zur Erstellung eines Lagebildes für Evakuierungsentscheidungen, das die Anzahl der Menschen in Gefahrenzonen ermittelt und vulnerable Gruppen identifiziert.
Die Ergebnisse dieser Entwicklungen wurden bereits den Blaulichtorganisationen im Landkreis vorgestellt. In den kommenden Wochen sind erste Testläufe für die praktische Anwendung der Systeme geplant. Ein weiterer Pluspunkt: Die erarbeiteten Lösungen können auf andere Kommunen in Bayern übertragen werden, was den gesamten Freistaat in der Krisenbewältigung unterstützen könnte.
Ein Blick in die Zukunft
Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis zeigt sich in der kontinuierlichen Optimierung der Systeme, die gemeinsam mit den Praktikern vor Ort erfolgen wird. Dies zeigt, wie wichtig es ist, innovative Technologien in den Katastrophenschutz zu integrieren. Diese Fortschritte könnten nicht nur die Effizienz der Einsatzplanung erhöhen, sondern auch Leben retten und die Resilienz der Gemeinden stärken.
In einer Zeit, in der Extremwetterereignisse zunehmen, ist es unerlässlich, die bestehenden Strukturen im Katastrophenschutz zu überdenken und zu modernisieren. Die Entwicklungen in Günzburg könnten als Vorbild für andere Regionen dienen und aufzeigen, wie man mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die positiven Erfahrungen aus diesem Projekt bald in vielen weiteren Kommunen Anwendung finden werden.