Gemeinsam gegen die Flut: Günzburgs Weg aus der Dunkelheit
Heute ist der 24.05.2026 und ich sitze hier in Günzburg, wo die Erinnerungen an das Hochwasser im Juni 2024 noch frisch sind – wie der Geruch nach nassem Holz und Schlamm, der in der Luft hängt, wenn ich an die schlimmen Tage zurückdenke. Damals, als die Fluten mit einer Intensität über uns hereingebrochen sind, die nur einmal in tausend Jahren vorkommen sollte. Die Straßen, die wir täglich befahren, verwandelten sich in reißende Ströme, und viele Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ein junger Feuerwehrmann, voller Tatendrang und Mut, verlor sein Leben – das hat uns alle tief getroffen. Es war nicht nur eine Naturkatastrophe, es war ein Schicksalsschlag für die ganze Gemeinde.
Aber was mich wirklich berührt hat, war die Hilfsbereitschaft, die in diesen Stunden wuchs. Nachbarn, die sich nie zuvor gesprochen hatten, arbeiteten Hand in Hand, um ihre Häuser zu schützen. Die freiwilligen Helfer, die Sandsäcke füllten – ich erinnere mich, wie sie sich die Hände wund arbeiteten. Und die Ehrenamtlichen, die in den Notunterkünften für die Menschen sorgten, die alles verloren hatten. Legoland öffnete sein Feriendorf für Betroffene und Helfer, eine Geste, die vielen Hoffnung gab. Die Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen waren rund um die Uhr im Einsatz – für sie gab es kein Zurück. Ich kann es kaum glauben, dass wir nun, zwei Jahre später, die Bevölkerung nach ihren Erinnerungen und Bildern fragen.
Gemeinsam stark
Die Menschen hier in Günzburg sind nicht zurückgekehrt, um über das Unglück zu klagen. Stattdessen sind sie bereit, ihre Geschichten zu teilen – jede Erzählung ein Puzzlestück in diesem großen Bild der Solidarität. Leser sind eingeladen, ihre Erinnerungen und Bilder zum Hochwasser 2024 einzusenden. Bis Freitag, den 29. Mai, um 12 Uhr, können die Geschichten eintreffen. Es ist eine Möglichkeit, das Erlebte aufzuarbeiten und gemeinsam zu reflektieren, was damals wirklich geschehen ist.
Wie das Wasser kam, so kam auch die Gemeinschaft zusammen. Ich kann mir vorstellen, dass viele von uns an den Küchentisch zurückdenken, wo wir bei einer Tasse Tee über die Geschehnisse diskutiert haben. Diese Momente, in denen wir uns gegenseitig Mut gemacht haben, das bleibt. Die Verbundenheit, die wir in dieser Zeit erfahren haben, ist etwas, das nicht in Vergessenheit geraten sollte. Es zeigt, wie stark wir sind, wenn wir zusammenhalten. Und auch wenn die Wunden noch nicht ganz verheilt sind, so haben wir trotzdem eine Art von Hoffnung aus der Dunkelheit gezogen.
Ein Blick in die Zukunft
Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Region weiterentwickeln wird. Die Wunden sind tief, doch wir sind entschlossen, den Wiederaufbau voranzutreiben. Vielleicht wird das Hochwasser von 2024 eines Tages nicht nur als Katastrophe, sondern auch als Wendepunkt in die Geschichte des Landkreises Günzburg eingehen – ein Wendepunkt, an dem die Menschen zusammenkamen und sich gegenseitig halfen. Vielleicht wird es uns lehren, besser aufeinander zu achten und die Natur respektvoll zu behandeln. Wer weiß, vielleicht gibt es in der Zukunft weniger solcher Katastrophen, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen und die Lehren aus der Vergangenheit ernst nehmen.


