Zweifacher Schließungs-Schock: Technomarkt und Hervis verlassen Garmisch!
In Garmisch-Partenkirchen gibt es derzeit eine besorgniserregende Entwicklung im Einzelhandel. Gleich zwei namhafte Unternehmen schließen ihre Türen: der Expert-Technomarkt und die Hervis-Filiale. Diese Schließungen sind Teil eines größeren Trends, der den deutschen Einzel- und Großhandel betrifft.
Der Räumungsverkauf im Expert-Technomarkt in Garmisch-Partenkirchen läuft noch bis zum 18. Juli 2026. Der Technomarkt schließt seine Pforten, nachdem der Verkauf in den letzten Jahren zunehmend schleppend verlief. 2009 mit großen Ambitionen gegründet, war der Technomarkt nicht nur als Sponsor des SC Riessersee aktiv, sondern auch als Ausrüster der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2011 bekannt. Nun bleibt nach der Schließung nur noch „EP“ als Elektronikfachmarkt im Werdenfelser Land übrig.
Hervis auch betroffen
Ein weiteres trauriges Kapitel im Einzelhandel ist der bevorstehende closure der Hervis-Filiale, die sich nahe der Fußgängerzone befindet. Diese Schließung wird bis Anfang Juli 2026 erwartet und steht im Zusammenhang mit einem umfassenden Verkauf von Hervis durch den neuen Eigentümer Quantum Investment, der das Auslandsgeschäft sofort abstoßen wollte. Damit gehen insgesamt 21 Standorte in Slowenien, 18 in Kroatien und vier in Deutschland vom Netz. Auch wenn die Garmisch-Partenkirchen-Filiale trotz der rückläufigen Zahlen nicht der Hauptgrund für die Schließung war, verzeichnete Hervis in den Jahren 2023 und 2024 Verluste von über 100 Millionen Euro.
Michael Seidel, der neue Eigentümer, sieht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb in Deutschland als schwierig an. Allen Mitarbeitern der Hervis-Filiale wurden mögliche Arbeitsplätze in Österreich angeboten, um einem zusätzlichen Jobverlust entgegenzuwirken.
Änderungen im Einzelhandel
Diese Schließungen sind nicht nur lokal zu betrachten, sondern sind Teil eines größeren Strukturwandels im deutschen Einzelhandel. Viele Läden müssen schließen, während der Onlinehandel boomt. Laut einer Untersuchung wird der E-Commerce im Jahr 2024 einen Umsatz von etwa 308 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung beitragen[^3]. Regionale Unterschiede sind deutlich erkennbar: Während manche Regionen eine steigende Insolvenzrate erleben, sind andere stabil oder erholen sich. Das angespannte Geschäftsklima führt zu weniger Neugründungen und erhöhten Insolvenzen.
Immer mehr stationäre Händler setzen auf digitale Lösungen wie Click & Collect und eigene Online-Shops, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Darüber hinaus gibt es politische Initiativen, die Investitionen in Stadtentwicklungsprogramme fördern, um die Innenstädte zu revitalisieren. Die Kluft zwischen Online- und Offline-Handel wird zunehmend spürbar, und der Ladenbesuch der Zukunft könnte ganz anders aussehen.
Die Entwicklungen in Garmisch-Partenkirchen spiegeln ein allgemeines Problem wider – den anhaltenden Wandel im Einzelhandel, von dem jeder betroffen ist. Denkt man an die Vielseitigkeit der Region, die zahlreiche Sportmöglichkeiten bietet, könnte man sich wünschen, dass beide Betriebe in einer anderen Zeit das Geschehen mitgestalten könnten.


