Ein schreckliches Unglück hat sich in der Nacht auf die Zugspitze ereignet. Ein 19-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen kam dabei ums Leben, während er mit einem Gleichaltrigen aus der Ukraine einen nächtlichen Aufstieg zur höchsten Erhebung Deutschlands wagte. Laut Merkur starteten die beiden jungen Männer am Donnerstagabend, den 21. Mai, von der Talstation in Ehrwald. Ihr Ziel war es, den Sonnenuntergang auf dem Weg und den Sonnenaufgang am Gipfel zu erleben.
In den frühen Morgenstunden, etwa gegen 3 Uhr, passierte das Unglück. Auf halber Strecke rutschte der 19-Jährige beim Überqueren eines Schneefeldes aus und stürzte rund 250 Meter in die Tiefe. Sein Begleiter blieb glücklicherweise unverletzt, setzte jedoch sofort einen Notruf ab, als er den Sturz bemerkte. Die alarmierten Rettungskräfte konnten den jungen Mann nur noch tot bergen. Der Leichnam wurde per Polizeihubschrauber ins Tal gebracht, während der Begleiter, der in einem Schockzustand war, ebenfalls mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert wurde, so berichtete BR24.
Bergsteigen in gefährlichen Verhältnissen
Die Tragödie wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren, die beim Bergsteigen im Hochgebirge lauern. Die beiden Männer waren lediglich mit Wanderschuhen, Stirnlampen und Grödeln ausgerüstet. Diese Ausrüstung ist für die winterlichen Verhältnisse in den Alpen inadequate, da Grödel weniger Halt als Steigeisen bieten, die bei solchen Bedingungen unabdingbar sind. Zudem fehlte ein Pickel, der für das Überqueren von Schneefeldern empfohlen wird. Die gewählte Route über den Klettersteig „Stopselzieher“, die als kürzester und vergleichsweise einfacher Aufstieg gilt, wird dennoch nur erfahrenen Alpinisten mit vollständiger Winterausrüstung empfohlen.
Die Bergrettung ist in letzter Zeit zunehmend gefordert. Wie Süddeutsche berichtet, häufen sich die Unfallmeldungen, insbesondere weil viele Wanderer im Sommer von winterlichen Bedingungen überrascht werden. In dieser Saison sind die Unfallzahlen drastisch gestiegen, was einen besorgniserregenden Trend darstellt.
Experten warnen davor, dass sich viele Bergsteiger selbst überschätzen oder nicht ausreichend auf die Gegebenheiten vorbereitet sind. Letzte Saison starben bereits über doppelt so viele Menschen in den Tiroler Alpen im Vergleich zum Vorjahr. Die Ehrenamtlichen der Bergrettung müssen daher vermehrt Menschen vom Berg holen, die in Unterwäsche oder ungeeignetem Schuhwerk unterwegs sind, was ein gefährliches Spiel ist.