Heute ist der 26.04.2026 und die bayerische Jagdgemeinschaft hat einen neuen Präsidenten: Hubert Stärker. Bei einer spannenden Wahl, die am Landesjägertag in Straubing stattfand, setzte sich der 48-Jährige mit knapp 52 Prozent der Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Ernst Weidenbusch durch. Weidenbusch, der seit Dezember 2020 an der Spitze des Jagdverbands stand, musste sich aufgrund von internen Konflikten und Kontroversen geschlagen geben.

Stärker, der mit 18 Jahren seinen Jagdschein machte und einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb führt, kündigte bereits im Vorfeld an, dass er den Verband sowohl intern als auch extern befrieden wolle. Er kritisierte Weidenbusch in einem Schreiben im Jahr 2023 und verwies auf die Probleme, die unter dessen Führung entstanden sind, unter anderem einen autokratischen Führungsstil und Schwierigkeiten im Umgang mit Mitarbeitern und Ehrenamtlichen. Diese Problematik führte dazu, dass rebellische Kreisgruppen, wie die aus Bad Kissingen und Neuburg an der Donau, aus dem Verband ausgeschlossen wurden.

Ein neuer Kurs für den Jagdverband

Mit Stärkers Wahl beginnt eine neue Ära im bayerischen Jagdverband. Seine Amtsperiode wird bis 2030 dauern, und er hat bereits ehrgeizige Pläne, um neue Mitglieder zu gewinnen. Unterstützt wird er dabei von seinem Vizepräsidenten-Team: Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, der mit rund 80 Prozent der Stimmen gewählt wurde, Sebastian Ziegler (knapp 59 Prozent) und Thomas Bär (nahezu 54 Prozent). Gemeinsam wollen sie verschiedene Themen angehen, die beim Landesjägertag zur Sprache kamen, darunter der Umgang mit der Gams, die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und die Hygieneregeln bei der Vermarktung von Wildbret.

Ein weiterer Aspekt, der die Jagd in Bayern betrifft, sind die Neuerungen, die am 1. April im Bayerischen Jagdgesetz in Kraft traten. Diese betonen die Eigenverantwortung von Grundeigentümern und erlauben es ihnen, Rehwild ohne behördlichen Abschussplan zu bejagen. Zudem wurden Wolf und Goldschakal erstmals in das bayerische Jagdrecht aufgenommen, was die Jagdzeiten von den bundesrechtlichen Vorgaben unabhängig macht.

Ein Verband im Umbruch

Die Herausforderungen, vor denen der bayerische Jagdverband steht, sind nicht zu unterschätzen. Über 80.000 Jagdscheininhaber gibt es in Bayern, von denen rund 50.000 im bayerischen Jagdverband organisiert sind. Die Machtkämpfe innerhalb des Verbands sind seit Jahren ein Thema und die Spannungen auf regionaler Ebene sind nicht zu ignorieren. Stärker hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, diese Konflikte zu lösen und den Verband wieder auf Kurs zu bringen.

In einer Zeit, in der die Jagd und deren Regelungen immer wieder in der öffentlichen Diskussion stehen, ist es entscheidend, dass der neue Präsident und sein Team die Weichen für eine positive Entwicklung stellen. Hubert Stärker hat die Chance, eine harmonische und zukunftsorientierte Führung zu etablieren, die sowohl die Interessen der Jäger als auch die der Natur berücksichtigt.

Für weitere Informationen zu Hubert Stärkers Wahl und den aktuellen Entwicklungen im bayerischen Jagdverband besuchen Sie bitte die Artikel von Merkur und BR.