In Mittenwald gibt es derzeit viel Gesprächsstoff rund um eine neu errichtete Stahlplattform am Ausgang des Dammkartunnels. Die Plattform, die Besuchern einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Bergwelt bietet, wurde offenbar ohne Wissen oder Genehmigung der zuständigen Behörden errichtet. Laut Merkur sind weder die Gemeinde Mittenwald noch das Landratsamt über die Installation informiert oder involviert.

Einer ersten Einschätzung nach könnte die Plattform bereits 2024 oder 2025 errichtet worden sein. Eine weitere spannende Wendung in dieser Angelegenheit ist der Umstand, dass auch die Bayerischen Staatsforsten, auf deren Grund die Plattform steht, keinerlei Informationen über das Bauprojekt erhielten. Auch die Regierung von Oberbayern hat klargestellt, dass die Plattform nicht mit der umliegenden Karwendelseilbahn in Verbindung steht und daher nicht der Seilbahnaufsicht unterliegt. Viel mehr als eine verdutzte Frage bleibt den Betroffenen zunächst nicht: Wer steckt hinter diesem geheimnisvollen Bauwerk?

Behörden unter Druck

Das Landratsamt wurde erst durch eine Anfrage auf das Bauwerk aufmerksam und plant nun, die Karwendelbahn AG zu kontaktieren, um mehr Informationen zu erhalten. Die Rückendeckung durch das Bauordnungsrecht in Bayern könnte unangenehme Folgen für den Verantwortlichen der Plattform haben, denn diese Bauordnungen beinhalten Anforderungen an die Standsicherheit, die durch eine solche Installation möglicherweise nicht erfüllt sind. Laut Bayerischem Bauministerium sind bauliche Anlagen darauf ausgelegt, keine Gefahren für die öffentliche Sicherheit, die Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen darzustellen.

Hinzu kommt, dass die Plattform wahrscheinlich keiner bewilligungspflichtigen Prüfung unterzogen wurde, was bedeutet, dass die Dokumentation der Standsicherheit durch einen Tragwerksplaner evtl. erforderlich wäre. Dies könnte zu einem komplizierten Genehmigungsverfahren führen, das viele Fragen in der Bodengruppe aufwirft und die Freude an der Aussicht trüben könnte.

Öffentliche Beteiligung und Transparenz

Die Veröffentlichung und Diskussion über solche Bauvorhaben wird zudem durch die Plattform des Bundes ermöglicht, die eine einfache Suche nach aktuellen und abgeschlossenen Vorhaben durch die Bürger:innen erlaubt. Hier können Einwendungen und Stellungnahmen zu laufenden Vorhaben abgegeben werden, wie auf beteiligung.bund.de beschrieben. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Gemeinschaft in Mittenwald auf diese mysteriöse Plattform reagieren wird.

Zu diesem Zeitpunkt bleibt unklar, ob die Plattform den Auflagen entspricht oder ob sie am Ende vielleicht doch ein verstecktes Risiko birgt. Die Lage ist angespannt, und die Bürger fragen sich, welche weiteren Überraschungen möglicherweise noch auf sie zukommen könnten.