Heute ist der 18.07.2026 und die frische Bergluft von Garmisch-Partenkirchen trägt die spannenden Geschichten von rund 80 angehenden Försterinnen und Förstern, die während ihrer Semesterferien in Bayern unterwegs sind. Mit einem klaren Ziel vor Augen – den Wald der Zukunft zu verstehen – hat diese Exkursion im Forstbetrieb Oberammergau der Bayerischen Staatsforsten begonnen. Hier treffen sich Wissen und Praxis, und die angehenden Förster bekommen die Gelegenheit, die moderne Forstwirtschaft im Bergwald hautnah zu erleben.

Die Reise ist nicht nur ein Ausflug, sondern Teil der intensiven Vorbereitung auf das Staatsexamen im Herbst. Die angehenden Förster lernen unterschiedlichste Waldlandschaften Bayerns kennen – vom sanften Flachland bis hin zu den majestätischen Alpen. In Oberammergau, wo Schutzwald, Jagd, Waldumbau und Holzernte aufeinandertreffen, entfaltet sich ein vielfältiges Bild der Forstwirtschaft, das die jungen Förster begeistern dürfte.

Praxisnahe Einblicke und wichtige Diskussionen

Der Weg zum Förster ist alles andere als einfach. Ein forstwissenschaftliches Studium und eine einjährige Anwärterzeit stehen auf dem Programm. Während dieser Zeit vertiefen die angehenden Förster ihr Wissen in der Praxis und besuchen Lehrgänge an der Bayerischen Forst- und Technikerschule in Lohr am Main. Neben dem Erlernen von Theorie und Technik sind sie auch dafür verantwortlich, die Wälder an den Klimawandel anzupassen, Schutzwälder zu erhalten und Wildbestände zu regulieren. Ein großes Thema in den Gesprächen ist die Bedeutung der Jagd und Winterfütterung im Bergwald, die sie mit einem Berufsjäger diskutieren. Das ausgewogene Wildtiermanagement – so wird klar – ist entscheidend für das gesunde Nachwachsen junger Bäume und stabile, klimaresiliente Bergwälder.

Ein Bodenprofil wird untersucht, verschiedene Bodenarten und ihre Eigenschaften werden unter die Lupe genommen. Dabei wird die Besichtigung eines Seilbahnhiebs zum echten Erlebnis, denn hier zeigt sich, wie Holzernte in den steilen Hängen des Ammergebirges funktioniert. Fragen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung sind omnipräsent: Wie wächst Holz? Welche Baumarten sind geeignet? All diese Themen werden angeregt diskutiert, und Adrian Oberhaus, Revierförster, hat stets ein offenes Ohr für die Fragen des Försternachwuchses. Sein Engagement und das der Auszubildenden sind spürbar. „Es ist einfach genial, was ihr hier macht“, könnte man fast sagen.

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Die Zukunft der Wälder

Jetzt, wo wir uns auch mit dem größeren Kontext befassen, wird klar, wie wichtig die Arbeit der Förster für die Zukunft der Wälder ist. Die Bundesregierung hat 2021 mit dem Klimaschutzgesetz klare Ziele zur Kohlenstoffspeicherung in der Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) formuliert. Der Wald in Deutschland spielt hier eine zentrale Rolle. Die Waldstrategie 2050, die Bioökonomiestrategie und die Charta für Holz 2.0 zielen darauf ab, die Holznutzung, insbesondere im Baubereich, zu steigern. Die Zahlen sprechen für sich: Die Holzentnahme hat seit 2002 kontinuierlich zugenommen. 2007 wurde ein Höchststand von 113 Millionen Kubikmetern Holz erreicht! Nach 2009 pendelt sich die Entnahme zwischen 80 und 90 Millionen Kubikmetern ein – eine spannende Entwicklung.

Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Ab 2018 wird mehr Holz genutzt, als rechnerisch netto zugewachsen ist. Sturm, Trockenheit und Insektenbefall haben dazu geführt, dass die Förster nicht nur als Hüter, sondern auch als Manager der Wälder agieren müssen. Diese Exkursion in Oberammergau ist ein wichtiger Schritt, um die angehenden Förster auf diese komplexen Aufgaben vorzubereiten.

Nach dem Staatsexamen stehen den Absolventen viele Türen offen, sei es bei Ämtern oder den Bayerischen Staatsforsten. Quirin Neuner, der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs Oberammergau, bringt es auf den Punkt: „Gut ausgebildete Förster sind entscheidend für die Zukunft unserer Wälder“. Das ist nicht nur ein Job; es ist eine Aufgabe, die weit über die persönliche Karriere hinausgeht.

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