Technologie hat das Bergsteigen und Mountainbiken revolutioniert, doch die Abhängigkeit von Navigationsgeräten und Apps kann auch gefährliche Folgen haben. So geschehen im Mai 2023, als ein deutscher Mountainbiker am Fimberpass (2609 m) trotz Warnung der Polizei, dass der Pass wegen Neuschnee unpassierbar sei, weiterfuhr. Sein Vertrauen in das Navi führte dazu, dass er letztendlich im Gelände festsaß und mit einem Hubschrauber gerettet werden musste – glücklicherweise blieben gesundheitliche Schäden aus. Diese Begebenheit verdeutlicht, wie riskant es ist, sich blind auf technische Hilfsmittel zu verlassen, während das eigene Gefühl für den Berg schwindet. Der Artikel von Ride MTB thematisiert diese Problematik und die damit wachsende Abhängigkeit von Technologie im Bergsport.

Immer mehr Menschen planen ihre Touren mithilfe von Apps, die nicht nur Routen und Wetterbedingungen anzeigen, sondern auch Zeiten kalkulieren. Doch diese technologiegestützte Planung kann dazu führen, dass das Gespür für die eigene Kraft und das Terrain verloren geht. Die Bergrettung sieht sich daher seit Jahren steigenden Einsatzzahlen gegenüber, obwohl die Zahl der Verletzungen abgenommen hat. Berichten von Berg und Steigen zufolge wurde allein in der Schweiz im Jahr 2025 fast 4000 Personen geholfen, was ein Plus von 11 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt.

Die Psychologie des Risikos

Ebenso ist es nötig, darüber nachzudenken, was Risiko im Bergsport bedeutet. Der Schweizer Alpen-Club (SAC) erklärt, dass nicht nur das Risiko für Verletzungen, sondern auch das Risiko für Fehlentscheidungen in unübersichtlichem Terrain steigt, wenn sich Menschen auf Technik verlassen. Riskante Entscheidungen im Gebirge hängen nicht nur von äußeren Bedingungen ab, sondern auch von der individuellen Risikowahrnehmung und dem emotionalen Steuerungsmechanismus, der das Verhalten beeinflusst, wie eine Betrachtung der Alpenvereins zeigt.

Was das Ganze zudem kompliziert macht, ist das Zusammenspiel von Selbstüberschätzung und Fehleinschätzung, die oft auf unzureichende Informationen zurückzuführen sind. Wie der Psychologe Bernhard Streicher hervorhebt, können Tourenplanungen, die nicht genügend Informationen sammeln, diese Fehleinschätzungen verstärken. Während sich viele auf die Technologie verlassen, ist es entscheidend, auch persönliche Fähigkeiten und das eigene Einschätzungsvermögen zu stärken.

VeloCore Medium

Schritte zur Verbesserung der Sicherheit

Ein weiterer Punkt, den die Experten immer wieder betonen, ist die Notwendigkeit, das eigene Risiko objektiv zu bewerten. Empfohlen wird, Entscheidungen im Gebirge nicht nur intuitiv zu treffen, sondern auch unter Berücksichtigung von Erfahrungen und Trainings. Die Gestaltung von „roten Linien“, sprich das Festlegen von Grenzen für Entscheidungen, kann dabei helfen, sicherer unterwegs zu sein und die eigene Risikowahrnehmung zu schärfen. In vielerlei Hinsicht wird der Umgang mit Risiken zum Spiegelbild unserer modernen Gesellschaft, wo Abenteuerlust und das Streben nach sozialen Anerkennung eine immer entscheidendere Rolle spielen.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass die Berge sowohl Abenteuer als auch Gefahren bereithalten. Die Technologien bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten, sollten jedoch nicht dazu führen, dass wir uns blind auf sie verlassen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Technik und persönlichem Können bleibt der Schlüssel zu sicheren Touren im Gebirge.

Mit der Umstellung auf VeloCore vereint unser Magazin herausragende Performance und konsequente Barrierefreiheit. Schnelle Ladezeiten und optimale Core Web Vitals treffen auf eine vollständige WCAG-2.1- und BITV-2.0-konforme Umsetzung – realisiert durch Daniel Wom ohne Kompromisse.