Im Landratsamt Fürstenfeldbruck wird ab dem 13. Januar 2026 eine bemerkenswerte Wanderausstellung unter dem Titel „Ein Wir ist stärker als ein Ich“ eröffnet. Diese Ausstellung, initiiert vom Verein Mutmachleute e.V., hat sich einem wichtigen Anliegen verschrieben: der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und der Schaffung eines Bewusstseins für psychische Gesundheit. Die Ausstellung wird bis zum 23. Januar 2026 kostenlos zugänglich sein und zeigt großformatige Porträts von Menschen, die psychische Erkrankungen erlebt haben.
Mit einem gelungenen Auftakt der Eröffnung, die um 17 Uhr auf der Empore des Landratsamts beginnt, wird auch ein Impulsvortrag von Frau Erichsen, einer Gesundheits- und Krankenpflegerin der kbo-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, zu hören sein. Weiterhin wird Andreas Dasser vom Mutmachleute e.V. sprechen und seine Perspektiven beisteuern. Diese Vorträge sind nicht nur eine Möglichkeit, direkt etwas über die Thematik zu erfahren, sondern auch eine Gelegenheit, sich aktiv am Dialog zu beteiligen.
Schaffung von Bewusstsein und Austausch
Die Wanderausstellung zielt darauf ab, Vorurteile abzubauen, die häufig mit psychischen Erkrankungen verbunden sind. Gerade in unserer Gesellschaft ist die Stigmatisierung von Betroffenen nach wie vor ein großes Problem. Ein Bericht des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) hebt hervor, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen oft mit Ausgrenzung und Benachteiligung kämpfen müssen. Diese „zweite Krankheit“, wie sie genannt wird, verursacht oft schlimmere Belastungen als die psychische Erkrankung selbst.
Umso wichtiger sind Initiativen wie diese. Die Mutmachleute setzen auf direkte Kommunikation und regelmäßige Anti-Stigma-Aktivitäten, die Betroffene aktiv einbinden. Den Organisatoren ist es ein Anliegen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und die gesellschaftliche Wahrnehmung über psychische Erkrankungen zu verändern. Die persönlichen Geschichten, die über QR-Codes verfügbar sind, bieten den Besuchern eine tiefere Einsicht in das Leben der dargestellten Personen.
Gemeinsam stark gegen Stigma
Im Rahmen der Ausstellung wird deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen psychisch erkrankten Menschen und der Gesellschaft ist. Hierbei tragen Veranstaltungen wie diese maßgeblich dazu bei, dass Vorurteile und Missverständnisse abgebaut werden können. Sowohl Betroffene als auch Angehörige haben oft mit Stigmas zu kämpfen, und hier setzt das DZPG mit seinem Projekt „In Würde zu sich stehen“ an, um eine offenere Diskussion über psychische Erkrankungen zu fördern.
Veranstaltungen, die den direkten Kontakt zwischen Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen fördern, haben sich als besonders wirksam erwiesen. Abgesehen von Ausstellungen sind Projekte wie das schulische Programm „BASTA“ vorbildlich, da sie bereits frühzeitig in der Bildung ansetzen, um Vorurteile abzubauen. Wie berichtet, erfuhren laut einer weltweiten Studie etwa 80 Prozent der Befragten mit Schizophrenie und Depression eine Stigmatisierung.
Mit dem Besuch der Ausstellung „Ein Wir ist stärker als ein Ich“ bieten Sie nicht nur sich selbst eine Chance, mehr über psychische Gesundheit zu lernen, sondern tragen auch aktiv dazu bei, das Stigma rund um psychische Erkrankungen zu reduzieren. Kommen Sie vorbei, lernen Sie die Geschichten außergewöhnlicher Menschen kennen und werden Sie Teil der Veränderung!