Heute ist der 16.07.2026 und die Stadt Fürstenfeldbruck wird für eine Nacht zum Schauplatz eines ganz besonderen Ballettabends. Das italienische Ensemble Aterballetto bringt mit seinen 16 Tänzerinnen pure Energie auf die Bühne und begeistert das Publikum schon beim ersten Stück. Es beginnt mit dem eindrucksvollen Song „Beggin the blues“ von Bessie Jones, während die Tänzerinnen mit dem Rücken zum Publikum stehen. Ein ungewöhnlicher Auftakt, der sofort neugierig macht.

Der erste Teil des Abends, „Rhapsody in Blue“ von Iratxe Ansa & Igor Bacovich, ist eine Neuinterpretation von George Gershwins Meisterwerk – und wie! Die Tänzerinnen wechseln von einer anonymen Formation zu individuellen Charakteren, die in Duetten und Unisono-Momenten aufblühen. Die Choreografie spiegelt die Musik wider und ruft Assoziationen zu nächtlichen Großstadtszenen und Musicals hervor. Die Kombination aus dynamischen Bewegungen, bunten Kostümen und einer Lichtscheibe sorgt für visuelle Freude und hält die Energie des Ensembles durchgehend hoch. Besonders beeindruckend ist der lyrische Mittelteil, der die Zuschauer in eine andere Welt entführt, bevor das Stück mit einem kraftvollen Abschluss endet.

An Echos und Wellen

Im zweiten Teil, „An Echo, a Wave“ von Phillip Kratz, wird es etwas intimer. Hier steht ein Duett im Mittelpunkt, das die Wellenbewegungen choreografisch darstellt. Die Tänzerinnen oszillieren zwischen langsamen und schnellen Phasen, und die Verbindung zwischen ihnen wird zum Herzstück der Darbietung. Man spürt förmlich die Emotionen, die in der Luft liegen – eine wahre Freude für die Augen und die Seele.

Das dritte Stück, „Reconciliation“ von Angelin Preljocaj, bringt eine poetische Note in den Abend. Unterlegt mit Beethovens Mondscheinsonate schaffen die Tänzerinnen durch ihre synchronen Bewegungen einen Raum voller Hoffnung und Versöhnung. Da wird einem ganz warm ums Herz, wenn man sieht, wie sie miteinander kommunizieren und emotionale Erfahrungen vermitteln. Es ist, als ob die Musik und die Bewegung eine Sprache sprechen, die über Worte hinausgeht.

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Das Solo Echo und der schneebedeckte Vorhang

Im letzten Teil, „Solo Echo“ von Chrystal Pite, wird es dann wirklich melancholisch. Inspiriert von Ros Krauss‘ Gedicht „Lines for Winter“ thematisiert dieses Stück Verlust und Akzeptanz. Der Bühnenraum wird von einem schneebedeckten Vorhang geprägt, der die Tänzer*innen in ständig wechselnden Formationen in ein lebendes, atmendes Bild verwandelt. Es ist faszinierend zu beobachten, wie flüchtige Begegnungen dargestellt werden – die Choreografie wirkt fast wie ein lebender Organismus. Am Ende bleibt ein einzelner Tänzer regungslos zurück, während der Schnee ihn sanft bedeckt. Ein Moment, der zum Nachdenken anregt und die Zuschauer in eine nachdenkliche Stille hüllt.

Die Darbietungen von Aterballetto sind nicht nur ein reines Spektakel, sondern auch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit menschlichen Emotionen und Erfahrungen. Fürstenfeldbruck hat an diesem Abend einen Einblick in die facettenreiche Welt des zeitgenössischen Tanzes erhalten, ein Erlebnis, das noch lange nachklingen wird.

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