In Fürstenfeldbruck brodelt es im wahrsten Sinne des Wortes, denn am Pucher Meer stehen grundlegende Entscheidungen an, die nicht nur die Nutzung des Areals betreffen, sondern auch die Anwohner in der Umgebung. Der Eigentümer der See-Grube, Thomas Vilgertshofer, zeigt sich enttäuscht von der Stadt und hat einen Antrag zur Verfüllung des Baggersees gestellt. Dies könnte die öffentliche Zugänglichkeit des Gebietes stark einschränken. Laut merkur.de hat der Konflikt zwischen Vilgertshofer und der Stadt eine neue Eskalationsstufe erreicht.
Der Hintergrund ist nicht ganz unproblematisch: Vilgertshofer plant, auf seinem Betriebsgelände eine Baustoffrecycling-Anlage zu errichten, was vom Stadtrat jedoch abgelehnt wurde. Außerdem wollte die Stadt das Areal vom Kieswerkbetreiber kaufen, doch der Notarvertrag konnte nicht unterzeichnet werden. Auch Vorschläge von Vilgertshofer, das Pucher Meer II bis 2025 selbst fertigzustellen und anschließend an die Stadt zu verpachten, blieben erfolglos. Die Stadt hat zudem vor, das Areal als Erholungsfläche und Wasserfläche weiterzuentwickeln, was durch den Verfüllungsantrag nun gefährdet sein könnte. Laut sueddeutsche.de gibt es Gerüchte über geplante Verfüllungen in der Nachbarschaft, die weitere städtische Planungen beeinflussen könnten.
Planung und Public Relations
Besonders brisant ist die Frage im Fürstenfeldbrucker Stadtrat: Darf ein Baggersee nach Kiesausbeutung tatsächlich verfüllt werden, obwohl das im Renaturierungsplan nicht vorgesehen ist? Diese Unsicherheit lässt die Stadt in einem Delikatsituation zurück, zumal das Landratsamt betont, dass sie sich am „Leitfaden für die Verfüllung von Gruben, Brüchen und Tagebauen“ des Bayerischen Umweltministeriums orientieren werden. Christian Kieser, Leiter des Rechtsamts, hebt hervor, dass die Planungshoheit der Stadt in Abwägungsentscheidungen des Landratsamts berücksichtigt werden muss.
Der aktuelle Status ist, dass seit dem geplatzten Notartermin im letzten Jahr keine Gespräche mehr zwischen der Stadt und der Kiesgruben Rekultivierung Oberbayern GmbH stattfanden. Ein Umstand, der die Gemüter der Anwohner zusätzlich erhitzt. Vilgertshofer selbst weist die Vorwürfe der Stadt zurück und betont, dass seine Anträge auf ernsthaftem unternehmerischen Engagement basieren. „Ich bin bereit zu einem sachlichen, faktenorientierten Austausch“, erklärt er.
In dieser angespannten Situation bleibt abzuwarten, wie es mit dem Pucher Meer und den angrenzenden Plänen für eine Erholungsfläche weitergeht. Die Stadt hat klare Vorstellungen, während Vilgertshofer entschlossen vorgeht. Ob und wie die beiden Parteien hier zu einer Einigung kommen können, steht in den Sternen. Eines ist jedoch sicher: Da liegt was an, und die Entwicklungen rund um das Pucher Meer sollten alle Augen offen halten.