In Fürstenfeldbruck brodelt es: Die Stadt hat im Rechtsstreit mit dem Sportclub Fürstenfeldbruck (SCF) gehörig ins Fettnäpfchen getreten. Das Schöffengericht am Verwaltungsgericht München unter dem Vorsitz von Richterin Christine Gibbons hat in einer aktuellen Entscheidung die Kündigung des Sportgeländes an der Klosterstraße für nichtig erklärt. Dies dürfte der Stadt, die plane, Teile des Geländes den American Footballern der Razorbacks zu überlassen, einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Denn damit entfällt die Grundlage für einen neuen Nutzungsvertrag.

Doch das ist nicht alles. Ohne eine gütliche Einigung müsste nun das Kündigungsverfahren mit einer Frist von sechs Monaten neu aufgerollt werden. Zeitlich wird es eng, denn die Stadt hatte ihre Pläne zur Neuaufteilung des Geländes bereits bis Ende 2024 aufgegeben, wodurch die Aussichten auf einen zweiten Anlauf bis Ende 2025 ebenfalls wackelig sind. Die Klage von Stadträtin Alexa Zierl (ÖDP) war in der Stadt mit Spannung erwartet worden. Zierl und weitere Stadträte hatten den SCF in städtischen Gremien unterstützt, während Zierl die Vorgehensweise der Stadt im Hinblick auf die Kündigung als rechtswidrig kritisierte.

Rechtsstreit in den Medien

Wie die Süddeutsche weiter berichtet, wurde der Kündigungsbeschluss in einer nicht öffentlichen Sitzung gefasst. Zierl monierte, dass die Tagesordnungspunkte unklar formuliert waren, was eine angemessene Vorbereitung auf die Abstimmung verhinderte. Zierl und SCF-Präsident Jakob Ettner vertraten ihre Interessen sogar ohne Rechtsanwalt. Die Klage des SCF richtete sich nicht nur gegen die Kündigung, sondern auch gegen den als „sittenwidrig“ bezeichneten neuen Nutzungsvertrag. Interessanterweise erklärte sich der SCF bereit, den Bolzplatz an der Schöngeisinger Straße abzugeben, jedoch bleiben weitere strittige Punkte wie die Umkleiden und der Besprechungsraum im SCF-Sportheim weiterhin ungelöst.

Die Urteile sind bislang noch nicht rechtskräftig, da die schriftlichen Urteilsbegründungen noch ausstehen. Sollte die Stadt in Berufung gehen, könnte sich der gesamte Prozess über Jahre hinweg ziehen, bevor ein endgültiges Urteil vorliegt. Unabhängig von der rechtlichen Lage bleibt die Frage, ob SCF-Präsident Ettner nach Abschluss der Verfahren die überfällige Hauptversammlung ansetzen wird, die mit Neuwahlen des Vorstands einhergeht.

Folgen für den Sport

Für die Sportlandschaft in Fürstenfeldbruck könnte dieser Rechtsstreit langfristige Folgen haben. Sollte sich die Stadt nicht frühzeitig mit dem SCF einigen, könnte dies nicht nur die Verteilung der Sportflächen betreffen, sondern auch die zukünftige Sportpolitik in der Stadt prägen. Besonders die American Footballer der Razorbacks schauen gespannt auf den Ausgang, da sie möglicherweise auf diese Flächen angewiesen sind. Die Situation bleibt angespannt, und die kommenden Monate könnten entscheidend für die weitere Entwicklung in der Stadt sein.