Die Diskussion um den Ausbau der S-Bahn-Linie 4 in Fürstenfeldbruck nimmt Fahrt auf. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde Ende Januar ein Positionspapier des Münchner Verkehrsverbunds veröffentlicht, das besagt, dass der Ausbau bis 2040 verschoben wird. Ob diese Verschiebung den Baubeginn oder die endgültige Fertigstellung betrifft, bleibt unklar. Dabei stehen die Probleme für die Pendler mehr denn je im Raum: Überfüllte Züge, ständige Verspätungen und fragwürdige Fahrpläne sind an der Tagesordnung.

Um diese Herausforderungen anzugehen, laden die Fürstenfeldbrucker Grünen am Sonntag, dem 1. März, zu einer Podiumsdiskussion im Bistrot Twenty, Hauptstraße 20, ab 19 Uhr ein. Dabei werden prominente Vertreter, darunter Jan Halbauer, Gabriele Triebel und Julia Post, ihre Sichtweisen einbringen, während Martin Runge als Verfechter eines raschen Ausbaus auf dem Podium Platz nehmen wird. Die Veranstaltung soll Fragen zu aktuellen Entwicklungen und den politischen sowie finanziellen Anforderungen des Projekts klären.

Der viergleisige Ausbau als Lösung

Ein weiterer Grund zur Hoffnung auf Fortschritt ist der geplante viergleisige Ausbau der S4, der darauf abzielt, die Trennung von S-Bahn- und Fernverkehr zu verbessern. Der NAG Bayern hebt hervor, dass der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn eine zügige Planung fordert und Finanzierungszusagen bereits vorliegen. Laut Klaus-Dieter Josel von der Deutschen Bahn könnte die Planung drei Jahre in Anspruch nehmen, wobei Umwelt- und Lärmschutzgutachten ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Aktuell nutzen täglich etwa 50.000 Fahrgäste die S4, und die Prognose bis 2035 spricht von einem Anstieg auf bis zu 65.000 Besucher.

Die Machbarkeitsstudie, die von mehreren Fachunternehmen erstellt und von der Verkehrsministerin Kerstin Schreyer vorgestellt wurde, zeigt, dass der dreigleisige Ausbau machbar ist, während die Option für ein viertes Gleis bestehen bleibt. In Eichenau ist ein Mittelbahnsteig geplant, der auf einen zukünftigen viergleisigen Betrieb ausgelegt wird. Die Kosten steigen allerdings um etwa 35 Millionen Euro, besonders im Hinblick auf den Puchheimer Bahnhof, der ebenfalls für den Mittelbahnsteig fit gemacht werden muss.

Politische Reaktionen und Ausblick

Die politischen Reaktionen auf diese Entwicklungen sind gemischt. Während die CSU das vierte Gleis unterstützt, fordern die Grünen einen unverzüglichen Ausbau. Der Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtags hebt zudem hervor, dass eine bessere Organisation des S-Bahn-Verkehrs auf Außengleisen unerlässlich ist. Die Region steht vor einem bedeutenden Aufbruch, wie auch das Bayerische Bauministerium betont. Die Möglichkeit, den S-Bahn-Ausbau in den kommenden Jahren voranzutreiben, sollte im Sinne der Pendler und Anwohner rasch genutzt werden.

Die kommende Podiumsdiskussion der Grünen wird somit nicht nur ein wichtiger Schritt zur Klärung der aktuellen Situation sein, sondern könnte auch Impulse für die erforderlichen Maßnahmen geben. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Politik und Verkehrsbetrieben an einem Strang ziehen und den dringend benötigten Ausbau der S4 bald in die Tat umsetzen.